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Arbeit der Kleiderkammer ist gerade jetzt wichtig

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Von: Lydia Zahn

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Uta Neitzel (l.) ist seit Anfang an dabei. Kerstin Niebuhr ist seit acht Jahren Teil des „Storchennest“-Teams. © Zahn, Lydia

Seit mehr als 28 Jahren bietet das „Storchennest“ des Familienhofes in Salzwedel kostenlose Baby-Kleidung an. Doch seit der Corona-Pandemie ist die Nachfrage stark zurückgegangen. Und das, obwohl dieses Angebot gerade jetzt so wichtig ist.

Salzwedel – Die hauseigene Kleiderkammer gibt es seit 1994. Zu finden sind dort Baby-Sachen bis Größe 104 sowie ab und zu Spielsachen. Bis vor Corona war zwar auch Kleidung für Kleinkinder angeboten worden, doch für die vier Ehrenamtlichen, die dort für einen reibungslosen Betrieb sorgen, nicht mehr zu stemmen. „Es war einfach zu viel. Wir hatten irgendwann einfach keinen Überblick mehr. Und es heißt ja auch ,Storchennest‘. Der Grundgedanke war schon immer, Sachen für die Kleinsten anzubieten“, erklärt Kerstin Niebuhr. Sie ist seit rund acht Jahren ehrenamtlich mit dabei.

Die zwei Räume, in denen sich das „Storchennest“ befindet, reichen einfach nicht aus. Das Lager wird schon für die anderen Größen voll ausgereizt. Doch auch mit dem kleineren Angebot seien die Besucher zufrieden. Und noch etwas hat sich in der letzten Zeit getan. Durch die Pandemie musste das Team irgendwann anfangen, die Besucher durch das Fenster zu bedienen. Und so ähnlich ist es geblieben. Seit diesem Sommer suchen die Damen alles heraus und übergeben die Sachen, statt die Eltern oder Großeltern selbst herumstöbern zu lassen.

Aber nicht nur Abläufe und Sortiment haben sich durch die Pandemie geändert. Auch die Besucherzahlen sind zurückgegangen. So waren es 2018 noch 280, 2020 knapp 200 und vergangenes Jahr schon nur noch 178 Gäste. Zwar erhole sich das Ganze langsam wieder, doch die Zahlen der Vorjahre könnten noch nicht wieder verzeichnet werden. Kerstin Niebuhr vermutet, dass das „Storchennest“ untergegangen ist. „Die Frauen, die jetzt schwanger sind, wissen oft gar nicht, dass es uns gibt“, sagt sie.

Dabei ist das Angebot doch so essenziell, wie Familienhofleiterin Inge Schnöckel betont. „Das ,Storchennest‘ wird gerade jetzt immer wichtiger. Die Babys brauchen ja etwas zum Anziehen, vor allem wenn es kälter wird“, sagt Schnöckel. Sozialpädagogin Louisa Mayer sieht vor allem die Nachhaltigkeit. Nicht immer alles neu zu kaufen ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel gut, gerade jetzt, wo alles teurer ist, hebt Mayer hervor. Und: „Babys brauchen so viel, das muss nicht alles neu sein.“

Die Kleiderkammer ist jeden Donnerstag – außer während der Ferien – von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Cathrin Albrecht, Uta Neitzel, Kerstin Niebuhr und Susanne Kadow kümmern sich um das „Storchennest“. Die Kleidung ist kostenlos, dennoch kann eine Spende von einem bis zu fünf Euro gegeben werden – muss aber nicht.

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