Forderung nach Enteignung: Politische Aufkleber verschandeln seit Wochen öffentliche Anlagen in Salzwedel

Klebriger Klassenkampf Salzwedeler am Kulturhaus

Karl Marx, eine verurteilte Hochstaplerin und die Forderung nach praktischer Enteignung: Diese Aufkleber verschandeln derzeit die Parkanlagen am Kulturhaus.
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Karl Marx, eine verurteilte Hochstaplerin und die Forderung nach praktischer Enteignung: Diese Aufkleber verschandeln derzeit die Parkanlagen am Kulturhaus.

Salzwedel – Zum deutschen Philosophen Karl Marx hat die Hansestadt Salzwedel bekanntermaßen eine ganz besondere Beziehung.

Nun kommt jedoch ein gänzlich neuer Aspekt hinzu, denn in skurriler Weise wird das Konterfei des berühmten Mannes mit Bart offenbar in den Grünanlagen der Stadt zu ungeahnten politischen Zwecken missbraucht.

Klassenkampf am Salzwedeler Kulturhaus? Diverse Aufkleber politischen Inhalts verschandeln seit Wochen öffentliche Anlagen im Park Vor dem Neuperver Tor. Die politischen Botschaften der Aufkleber auf Laternen und Papierkörben richten sich unter anderem generell gegen Tierschlachtung („Es gibt keine artgerechte Schlachtung“), gegen die Verbrennung von fossilen Rohstoffen oder rufen zur Teilnahme der Aktionen von „Fridays for Future“ auf.

Neben dem bekannten Bild von Karl Marx ist das Porträt von Anna Sorokin abgebildet. Zur Erklärung: Die 29-jährige ist eine russisch-deutsche Hochstaplerin, die am Leben der wohlhabenden Oberschicht New Yorks in den USA teilnahm. 2017 wurde sie verhaftet, 2019 wegen Betrugs an reichen Geschäftsbekannten und mehreren Hotels angeklagt und schuldig gesprochen.

Gleich daneben werden Forderungen laut: „Enteignung muss praktisch werden, Freiheit für Anna Sorokin und alle politischen Gefangenen. Die Zukunft ist weiblich (The Future is Female)“. Bislang hat die Stadtverwaltung der Hansestadt diese Aufkleber nicht entfernt.

Nach herrschender Rechtsprechung handelt es sich um Sachbeschädigung, wenn auf einem fremden Gegenstand ein Aufkleber angebracht wird – besonders wenn beim Abziehen Materialschäden verursacht oder nicht ohne größeren Aufwand entfernt werden kann (Paragraf 303 I und II, Strafgesetzbuch. (zu)

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