Dem Holzwurm geht es an den Kragen

Kirche in Dähre soll mit Gas von gefräßigen Schädlingen befreit werden

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Die Kirche in Dähre soll mit Gas von gefräßigen Holzwurm-Schädlingen befreit werden. Auch Bürger können bei der Aktion ihre befallenen Möbel behandeln lassen.
  • VonKai Zuber
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Sie haben genügend Nahrung, sitzen im Trockenen und haben alle Zeit der Welt, ihre Vorräte nach und nach aufzufressen: Insekten wie der Holzwurm können gewaltige Schäden anrichten, ganze Holzschnitzereien, Möbel, Holzkonstruktionen und sogar tragende Bauelemente zerstören. Doch nun ist bald eine Lösung in der St.-Andreas-Kirche in Sicht. Dem Holzwurm geht es hier nämlich an den Kragen.

Dähre – Die Kirche in Dähre soll mit Gas von den gefräßigen Schädlingen befreit werden, die hier seit Jahren ihr Unwesen treiben und bereits schwere Schäden angerichtet haben. „Eine Begasung soll weitere Schäden verhindern“, sagte Dähres Pastor Silvio Scholz auf AZ-Nachfrage. Es besteht für Bürger sogar die Möglichkeit, gegen ein geringes Entgelt ihre eigenen, von Holzwürmern befallenen Möbelstücke am Tag der Begasung in das Gotteshaus zu stellen, hieß es.

Aber so weit ist es noch nicht. „Die Aktion wird wohl erst im kommenden Jahr stattfinden. Wir haben Gelder bei der deutschen Stiftung Kirchenbau beantragt und warten noch auf einen positiven Bescheid“, äußerte sich Scholz zu der Finanzierung. Wichtig ist es beim Holzwurm-Befall, Würmer und ihre Larven, die für solche Schäden verantwortlich sind, früh zu entdecken und wirkungsvoll zu bekämpfen. Wenn großflächig Löcher im Holz zu sehen sind, ist es meist schon zu spät. Nach zwei bis acht Jahren entschlüpft der flugfähige Nagekäfer aus der verpuppten Larve, indem er sich an die Holzoberfläche frisst. Ein Experte kann vor Ort feststellen, ob die Schädlinge im befallenen Holz noch aktiv sind. Für den Laien ist dies durch das übliche Bohrmehl zu erkennen, das unter den Löchern zu finden ist.

Und das ist längst nicht alles, denn in völlig lautloser Umgebung (wie zum Beispiel einer Kirche), kann man die Holzwürmer im wahrsten Sinne des Wortes Fressen hören. Das Problem: In der Dährer Kirche wurde, im Gegensatz zu vielen anderen Gotteshäusern, besonders viel Holz verbaut – vor allem am Dach und im Chorgestühl. Unbeheizte Räume mit einer gewissen Luftfeuchtigkeit mögen Holzwürmer eher als trockene Heizungsluft, weshalb Kirchen für den Befall besonders gefährdet sind.

Neben thermischen Bekämpfungs-Methoden gibt es das Verfahren, den Holzwurm bei aktivem Befall mit Stickstoff oder Kohlendioxid abzutöten. Dafür werden die Holzstücke folienverpackt mit Gasen behandelt, die für Menschen ungiftig sind, jedoch aber die Holzwurm-Käfer, Eier und Larven unschädlich machen. „Wir müssen die Gas-Behandlung in unserer St.-Andreas-Kirche unbedingt durchführen, bevor der Holzwurmbefall noch mehr Schäden anrichtet“, betonte Pastor Silvio Scholz. Wer die Aktion unterstützen will oder eigenen Möbel beisteuern möchte, kann sich im Dährer Pfarramt melden.

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