Risiko wird ignoriert!

Kinder und Jugendliche greifen im Altmarkkreis zu Drogen

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Drogenkonsum werde im Altmarkkreis Salzwedel oft verharmlost. Der Risikogedanke sei besonders bei Kindern und Jugendlichen nicht besonders ausgeprägt, stellen Mitarbeiter von Beratungsstellen fest.

Altmarkkreis – „Es ist festzustellen, dass Kinder- und Jugendliche ohne Risikogedanken Drogen testen und konsumieren. Das Wissen um negative Auswirkungen der Drogen wird überwiegend ignoriert“, gibt es in der aktuellen Sozialplanung für den Altmarkkreis Salzwedel eine klare Einschätzung.

In dem Papier werden Entwicklungen aufgezeigt. So baten mehr Einwohner, die Probleme mit Drogen haben, um Hilfe. 484 Suchtkranke wurden 2018 behandelt, 2017 waren es 473. 56 sind unter 24 Jahre alt, sieben unter 17 Jahre. Im Landkreis gibt es einen Facharbeitskreis „Sucht“, der aus Akteuren wie Beratungsstellen, medizinischen Einrichtungen und Ämtern besteht. Das Hauptklientel sind Menschen mit Alkoholproblemen. Dies betrifft 72 Prozent aller Ratsuchenden, 77 Prozent sind männlich.

Die Zahlen geben insgesamt aber keinen kompletten Überblick, da sich nicht alle Betroffenen melden. Dies gilt auch bei den illegalen Drogen. Die häufigsten festgestellten Arten im Altmarkkreis sind das Rauchen von Cannabisprodukten, zunehmender Mischkonsum sowie synthetische Drogen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen gilt es das Beraten und Betreuen auszubauen, ist sich der Arbeitskreis einig.

Die bekannten Hauptursachen für die Sucht seien dabei ungenügendes Problembewusstsein, ein stabiles Netz von Drogenszenen sowie schwierige, schulische und berufliche Situationen. Als Fazit der Sozialplanung wird festgehalten, dass eine Grundversorgung beim Beraten innerhalb des Altmarkkreises Salzwedel weiterhin sichergestellt ist.

Dies sei für die Zukunft aber nicht zufriedenstellend. Dabei geht es nicht nur um die Sucht. Auch mit Blick auf den staatlichen Dschungel brauchen immer mehr Menschen in der Region Hilfe. Einige Einwohner wissen nicht, welche Sozialleistungen ihnen zustehen und wie diese beantragt werden können. Vorgeschlagen wird eine allgemeine Sozialberatung, die die vorhanden spezialisierten Stellen entlastet. Mit den vorhandenen Kapazitäten sei dies nicht zu leisten, es mangelt an Geld. Dieses fordert der Altmarkkreis vom Land Sachsen-Anhalt. Gewünscht wird zudem, Beratungsstellen auch in Klötze zu schaffen. Bislang liegen die Schwerpunkte in Gardelegen und Salzwedel.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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