Jeder Westaltmärker isst im Jahr 24,5 Kilo Käse und trinkt 104 Liter Bier

9,5 Kilo Schokolade pro Kopf

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Statistisch gesehen, verdrückt jeder Westaltmärker gut 9,5 Kilo Schokolade im Jahr.

mei Salzwedel. 34 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes im Altmarkkreis Salzwedel pro Jahr. Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel – 820 Tonnen Schokolade essen die Westaltmärker, das macht rein statistisch gut 9,5 Kilo pro Kopf. 

Beim Käse waren es 2100 Tonnen – 24,5 Kilo pro Einwohner. Und beim Bier wurden 90 000 Hektoliter im Jahr getrunken (104 Liter pro Kopf). Schokolade, Käse, Bier – nur drei Beispiele, die zeigen, welche Bedeutung Lebensmittelindustrie und -handwerk haben, resümiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Rund 700 Arbeitsplätze hängen im Altmarkkreis laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. „Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland – ein Großteil der Produktion geht in den Export – und schafft es damit auf die internationalen Teller“, sagt Holger Willem von der NGG Magdeburg.

Neue Food-Trends wie gluten- oder laktosefreies Essen seien eine Herausforderung auch für die heimische Ernährungswirtschaft, so Willem. Eine Voraussetzung für gutes Essen und Trinken sei jedoch, dass dieses fair produziert werde – angefangen vom Anbau der Zutaten bis hin zu den Arbeitsbedingungen in der Verarbeitung. Dazu hat die NGG eine lebensmittelpolitische Initiative gestartet. Holger Willem: „Gute Ernährung und gute Arbeit gehören zusammen. Hygiene unter Zeitdruck – das kann zum Beispiel nicht gut gehen.“ Dies bedeute auch, dass Unternehmen Tarifverträge einhielten und sich an der Berufsausbildung beteiligten.

Mit Sorge sieht die NGG den Trend zur Verramschung: „Gerade bei Getränken, Fleisch und Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten. Damit werden Lebensmittel oft weit unter Wert verkauft“, kritisiert Willem. Weniger als 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade sei in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar. Solche Preise erhöhten den Druck auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen.

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