Vermittlungsstopp über die Feiertage / Auch ältere Katzen wollen ein Zuhause

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum

+
Carlo (oben, sieben Jahre) und König Arthus (drei) suchen ein Zuhause. Allerdings gilt über die Feiertage ein Vermittlungsstopp, ...

Hoyersburg. Ein süßer kleiner Welpe, der unter dem festlich geschmückten Tannenbaum liegt. Begeisterte Kinder, die das neue Familienmitglied herzen und kuscheln. Und dann?

... denn anders als auf dem Bild mit den Fellnasen Blacky und Bella gehören Tiere nicht unter den Weihnachtsbaum.

Leider ist die Freude über den kleinen Zuwachs nur allzu oft viel zu schnell vorbei und die täglichen Aufgaben, die ein Haustier mit sich bringt, werden lästig. Für den Vierbeiner endet eine schnelle und unüberlegte Entscheidung, seinem Kind zu Weihnachten eine besondere Freude machen zu wollen, oft damit, dass das Tier im Tierheim abgegeben oder gar ausgesetzt wird. Um dies zu verhindern, halten es die Mitarbeiter des Salzwedeler Tierheims seit Jahren schon so, dass kurz vor und auch über die Weihnachtsfeiertage keine Tiere – sei es Hund oder Katze vermittelt werden. Ganz nach dem Motto: „Keine Tiere als Geschenk, aber Geschenke für die Tiere.“ Dazu hoffen die Tierheim-Mitarbeiter immer auf Futter- und Sachspenden. Und wer nach dem schweren Essen über die Festtage ein wenig Bewegung braucht, kann im Hoyersburger Tierheim vorbei schauen und die Hunde auf einen kleinen oder großen Spaziergang mitnehmen.

König Arthus (drei).

Ab dem 2. Januar stehen dann die Fellnasen und Samtpfoten für Vermittlungen wieder zur Verfügung. Und ganz besonders für die älteren Katzen wünscht sich Nancy Schulz, stellvertretende Tierheimleiterin, dass sie ein liebevolles Zuhause finden. „Unsere vergessenen Senioren sind schwer zu vermitteln, so haben wir den Eindruck. Allzu oft kommen auch ältere Personen zu uns, die unbedingt ein Katzenbaby haben wollen, aber dabei vergessen, dass eine Katze auch mal gut und gerne über 20 Jahre alt werden kann.“ Wegen Altersdiskriminierung wurden die Mitarbeiter auch schon öfters beschimpft. „Aber wir wollen den Leuten ja nichts Böses. Aber wenn jemand, der über 80 Jahre alt ist, sich ein junges Kätzchen holt, sehen viele nicht ab, was da auf sie zukommt.“

Verstirbt der Besitzer oder muss in ein Pflegeheim, ist guter Rat teuer, wer sich dann um die Fellknäule kümmert. „Diese landen dann oft wieder bei uns“, zeichnet Nancy Schulz den Kreislauf nach. Warum aber sind junge Kätzchen so beliebt? „Weil diese leichter zu formen sind. Ältere Katzen haben da schon ihr ganz eigenes Wesen oder brauchen länger, bis sie Vertrauen aufbauen.“ So wie Opa Max. Der 18-jährige Kater kam ins Tierheim, weil seine Besitzerin in eine Einrichtung für betreutes Wohnen wechseln musste. Sobald auch nur ein Mensch in die Nähe des Käfigs kam, war Opa Max verschwunden.

Ingrid Ringleb schließlich nahm sich ein Herz – und ganz viel Zeit. Als Bürokater hat Max ein neues Zuhause gefunden. Und hat sich nach einigen Wochen so an sein neues Pflegefrauchen gewöhnt, dass er sogar Streicheleinheiten zu lässt.

„Oft schrecken mögliche Tierarztkosten oder Spezialfutter für ältere Tiere viele Menschen ab. Dabei können auch junge Tiere krank werden. Das ist leider oft nicht abzusehen“, erklärt Nancy Schulz. Und weist daraufhin, dass bei möglichen Pflegestellen der Tierschutzverein die Kosten für den Tierarzt und für Behandlungen übernimmt.

Von Katja Lüdemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare