Lärmschutz: Anwohner und Kommunen können Prioritätenliste nicht ändern

Keine rechtliche Handhabe

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Die „Amerikalinie“ wird in Pretzier und anderen altmärkischen Orten auf zwei Gleise ausgebaut. Anwohner fürchten, dass der Lärmschutz dabei auf der Strecke bleibt. Nicht zuletzt deswegen hat sich im Salzwedeler Ortsteil eine Bürgerinitiative gegründet.

Pretzier / Altmark. Linke-Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert wirft der Bundesregierung und der Deutschen Bahn vor, nicht genug für den Lärmschutz entlang der Strecke Stendal-Uelzen zu tun. 155 Millionen Euro seien nicht investiert worden, so der Vorwurf.

Eine Menge Geld, mit dem auch Lärmschutzmaßnahmen in Pretzier und anderen altmärkischen Orten finanziert werden könnten. Zumindest in der Theorie. In der Praxis wissen die Anwohner seit Frühsommer 2014 Bescheid. Der Abschnitt Stendal-Klein Grabenstedt befindet sich nur im hinteren Drittel der Lärmsanierungsliste der Bahn. Bahnvertreter erklärten Ende April 2014 in Pretzier, dass der Abschnitt auf Platz 108 von 141 läge. Es könnte daher Jahre dauern, bis sich etwas tut.

Bürger und Kommunen haben überdies keinen Einfluss auf die Vergabe von Prioritäten, erklärte das Bundesverkehrsministerium. Es gebe auch keinen rechtlichen Anspruch auf eine Lärmmessung, heißt es weiter. Die Lärmsanierung sei eine freiwillige Leistung des Bundes.

Laut Sanierungsliste geht es zwischen Stendal und Klein Grabenstedt um eine Gesamtlänge von zwölf Kilometern, davon jeweils 500 Meter in Pretzier und Brietz; 2,2 Kilometer in Salzwedel; 600 Meter entlang von Klein Grabenstedt sowie 100 Meter bei Hestedt. [...]

Von Jens Heymann

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