Mehrgenerationenhaus: Zuschüsse gibt es für drei weitere Jahre / Grundsaniert wird nicht

„Keine Million in die Hand nehmen“

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Im Mehrgenerationenhaus: Die Fenster von 1983 wurden inzwischen abgedichtet – aber neue gab es nicht. 

Salzwedel. Für kurzzeitige Verwirrung sorgte am Dienstagabend im Sozialausschuss ein Antrag der Fraktion SPD / „Für Salzwedel“.

Darin wurde ein Grundsatzbeschluss der Stadt Salzwedel zum Erhalt des Mehrgenerationenhauses und des Jugendtreffs darin für die nächsten fünf Jahre gefordert. Ausschussvorsitzende Gabriele Gruner (Linke) runzelte die Stirn: „Das haben wir doch bereits am 6. September 2016 beschlossen. “.

Holger Lahne von der antragsstellenden Fraktion wollte den Vorschlag schon wieder zurückziehen, als Bürgermeisterin Sabine Blümel aufklärte. Das Bekenntnis des Stadtrates aus dem vergangenen Jahr hatte sich nur auf das Mehrgenerationenhaus bezogen – nicht aber auf den darin integrierten Jugendtreff. Beide leben aber voneinander und bedingen sich. So wird der Jugendtreff von der Stadt finanziert, das Mehrgenerationenhaus über ein Bundesprogramm.

Und das läuft erst einmal noch bis zum 31. Dezember 2020. Deshalb einigte sich der Sozialausschuss, das Bekenntnis für das Mehrgenerationenhaus und den Jugendtreff auf drei, statt – wie von SPD /„Für Salzwedel“ gefordert – auf fünf Jahre festzusetzen. Stadtrat Norbert Block (SPD / „Für Salzwedel“) ging das verbale Engagement noch nicht weit genug. „Neben Grundsatzbeschlüssen sollten wir uns über bauliche Veränderungen Gedanken machen. Es wurde schon viel diskutiert“, forderte Block endlich Taten.

Er wies unter anderem auf die Energiekosten hin. „Alles, was wir im Winter dort an Wärme reinstecken, geht gleich wieder raus“, erinnerte er an die morschen Fenster von 1983 und die baulichen Mängel des Hauses.

„Ich kann keine Million in die Hand nehmen, wenn ich nicht weiß, was in drei Jahren passiert“, konterte Bürgermeisterin Sabine Blümel mit Blick auf die Bundesförderung, die vorerst nur bis 2020 zugesagt ist. Und weiter: „Der Bund legt sich nicht fest. Wir werden alleine gelassen.“

Sie verglich das Mehrgenerationenhaus mit dem Frauenhaus und stellte fest: „Das ist leider immer noch eine freiwillige Aufgabe.“

Von Holger Benecke

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