Keine komplette Absage

Altmark Festspiele stehen im Schatten des Corona-Virus

+
„Kultur ist der geistige Boden“: Intendant Reinhard Seehafer (l.) – hier bei einem Konzert vor der Corona-Krise – macht Mut und erklärt die aktuelle Situation der Altmark Festspiele.

Altmark – „Täglich erreichen uns Telefonanrufe mit Fragen zu den Konzerten, aber viele Fans der Altmark-Festspiele wollen auch Mut machen und die Hoffnung nicht aufgeben“, beschreibt Carmen Seehafer vom Festspiel-Management der Altmark Festspiele die derzeitig schwierige Situation.

Der Festspielsommer der Altmark Festspiele steht im Schatten des Corona-Virus COVID-19. Derzeit warte man auf die neuen Regeln des Landes für Veranstaltungen, die für Anfang Mai seitens der Landesregierung kommen sollen, hieß es.

„Mit größtem Bedauern mussten wir alle Veranstaltungen im Monat Mai absagen“, so Intendant Reinhard Seehafer auf Anfrage der AZ. Auf der Grundlage der Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 des Landes Sachsen-Anhalt dürfen Großveranstaltungen bis auf Weiteres nicht stattfinden. „Dazu kommen die uns sehr betreffenden noch völlig ungeklärten Reisebestimmungen für die internationalen Künstler aus verschiedenen Ländern“, erklärt Carmen Seehafer.

Neues Programm

Derzeit arbeite das Management der Festspiele mit Hochdruck an einem alternativen Festspielprogramm 2020: „Weil wir der Meinung sind, dass eine komplette Absage des diesjährigen Festspielsommers ein Signal wäre, das die ohnehin uns alle treffenden Probleme auf einen falschen Weg führen würde“, argumentiert der Intendant. Und er betont: „Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“ Was der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker vor mehr als 25 Jahren formuliert habe, sei in dieser schwerwiegenden Epoche aktueller denn je.

Genau dieser geistige Boden werde es sein, den die Gesellschaft auch nach der Krise dringend benötigen werde. „Künstlern ist das Wort Flexibilität auch im 21. Jahrhundert noch nicht abhandengekommen, also werden wir fantasievoll, flexibel und mit passionierter Berufung handeln. Üben wir uns zunächst alle im Reifen von Geduld bis die exakten Bedingungen und Voraussetzungen für kommende Veranstaltungen kleineren Formats hier in Sachsen-Anhalt konkretisiert werden“, sagte Reinhard Seehafer.

Tickets als Spende

Karteninhaber können sich für bereits gekaufte Tickets einen Gutschein ausstellen lassen oder den Ticketwert zugunsten des Musikvermittlungs- und Jugendprogramms „Klangspuren“ oder der „Katharinenkonzerte“ in sozialen Einrichtungen spenden. Auf Wunsch wird natürlich auch der Ticketbetrag zurückerstattet. Kunden, die ihren Ticketwert spenden werden, erhalten auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Das Festspielbüro ist von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer (03 907) 77 638 77 erreichbar.

Neuer Förderverein

Übrigens: Vor wenigen Wochen wurde der Förderverein der Altmark Festspiele gegründet. Am 30. Januar konnte der Verein „Freunde und Förderer der Altmark Festspiele” offiziell eingetragen werden. Der Vorstand besteht aus Carlotta von Gehren (Vorsitzende) sowie Sigrid Scheer und Dr. Gerhard Schulz. Förderer der Altmark Festspiele sind näher am Geschehen und den Künstlern. Sie erhalten alle wichtigen Infos zuerst, können die besten verfügbaren Plätze der ausgewählten Veranstaltungen reservieren und unterstützen die Durchführung der Festspiele durch ihren finanziellen Beitrag maßgeblich. Dazu kommen für Mitglieder des Fördervereins persönliche Einladungen zu ausgesuchten Events im Rahmen der Altmark Festspiele mit Konzerten, Proben, Künstlergesprächen oder Mitgliedertreffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare