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In Sachsen wird das Warmwasser zeitweise abgedreht – In Salzwedel keine Option

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Von: Lydia Zahn

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frau duscht
Die Wohnungsbaugesellschaft als auch die -genossenschaft sind sich sicher: Das Warmwasser für eine heiße Dusche wird nicht zeitweise ausgestellt. © dpa

Einfach mal eben, wann es einem beliebt, unter die warme Dusche hüpfen. Das ist für die meisten Menschen in Deutschland normal. In einem Kreis in Sachsen geht das aufgrund von Einsparungen nicht mehr so einfach. Die AZ hat in Salzwedel nachgefragt, ob Ähnliches auch hier drohen könnte.

Salzwedel – Wie die Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge angekündigt hat, soll in ihren rund 600 Wohnungen wegen der drastisch gestiegenen Energiepreise die Versorgung mit Warmwasser beschränkt werden. Laut DPA (Deutsche Presse Agentur) bleibt das Warmwasser am Morgen, Mittag und Abend verfügbar. Nachts und in den Zwischenzeiten kommt das Wasser kalt aus der Leitung. Für viele wäre das wohl unvorstellbar.

Das ist es auch für die kommunalen Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt, die die Versorgung nach Einschätzung ihres Branchenverbandes vorerst nicht einschränken werden. Und auch in Salzwedel stößt diese Vorgehensweise auf Unverständnis. Christian Märtens, Chef der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), findet klare Worte: „Das ist für uns keine Option, weil uns das Wohlbefinden unserer Mieter wichtig ist. Das geht mir eindeutig zu weit.“ Zwar räumt er ein, dass, sollten sich die Kosten derart erhöhen, dass diese für die Mieter untragbar würden, noch einmal über einen solchen Schritt nachgedacht werden müsste. Dennoch glaubt Märtens nicht, dass es dazu kommt.

Auch Oliver Krieshammer vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Salzwedel sieht einen solchen Schritt als „menschlich nicht vertretbar“ an. „Größer betrachtet ist das vielleicht eine gute Sache, um zu sparen, aber für uns kommt das nicht in Frage“, betont er. Zumal die Kosten für Fernwärme bis zum 31. Dezember 2023 nicht erhöht werden würden. Und auch bei der Wobau bleiben die Preise für Fernwärme sowie Strom bis Ende nächsten Jahres und Gas sogar bis Ende 2025 dank Festpreisverträgen konstant.

7000 Kubikmeter Wasser am Tag

Und apropos konstant: Der Wasserverbrauch in der Region sollte das auch bleiben. Denn wie VKWA-Geschäftsführer Jens Schütte auf Nachfrage erklärt, liegt dieser momentan bei bis zu 7000 Kubikmetern am Tag. Zum Vergleich, in den Wintermonaten ist der tägliche Durchschnitt 4500 Kubikmeter. „Die Wasserwerke arbeiten derzeit auf Höchstlast“, unterstreicht Schütte und appelliert, das Wasser sinnvoll zu nutzen. „Rasensprengen ist dabei ein echter Killer.“

Zu Engpässen würde es aber nicht kommen. „Wir können und wollen nur nachhaltig arbeiten“, führt der VKWA-Chef aus. Deshalb werde nur so viel vom Grundwasser genommen, wie auch neu gebildet werde.

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