20-Minuten-Tortur auf Krücken, weil Ordnungsamt keine Ausnahme macht

„Keine Hoffnung“

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Christa Betge muss weiterhin auf Krücken 20 Minuten zu ihrem Auto hin- und wieder zurücklaufen. Das Ordnungsamt will auch für die Schwerbeschädigte keine Ausnahme machen.

Salzwedel. „Ich kann erst einmal keine Hoffnung machen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Christina Schramm. Für Klaus und Christa Betge, die an der Radestraße wohnen, ist das eine vernichtende Feststellung.

Beide sind schwerbeschädigt, wohnen an der Radestraße und dürfen dort wegen der Baumaßnahmen an der Kramstraße ihr Auto nicht mehr parken. Dabei ist Platz genug. Die Bauleute benutzen die Zufahrt zur Materialanlieferung nur ab und an, und dann nur mit Kleinlastern. Während der Pflasteranlieferung könnte es für einige Tage eng werden, wenn an der Radestraße geparkt wird.

Für Betges bedeutet das, dass sie ihr Auto bis zum Ende der Baumaßnahme im Frühjahr weiterhin auf dem Parkplatz am Hagengraben neben der Comenius-Schule abstellen müssen. Um den Pkw zum Einkaufen usw. zu holen und nach dem Ausladen wieder wegzubringen, absolviert Christa Betge mit ihren Krücken jedes Mal rund 20 Minuten anstrengendsten Fußmarsch– eine Tortur.

Das Ordnungsamt will keine Ausnahmen machen. „Wir hatten dort schon einen Unfall“, weiß Christina Schramm. Eine weitere Frau hatte sich an das Amt gewandt. Sie arbeite im Schichtdienst und habe ihren Pkw gern in der Nähe der Wohnung, wolle nachts im Dunkeln allein nicht so weit zu ihrem Wagen laufen müssen. „Wo fange ich da an?“, fragt die Ordnungsamtsleiterin. Zudem müsse sie auch gewährleisten, dass die Versorgungsfahrzeuge durchkommen.

Von Holger Benecke

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