Marketing-Konzept: 2030 wird abgerechnet – AZ zog Zwischenbilanz

Keine Herberge ohne Haus

Der ehemalige Salzwedeler Kleinbahnhof im August 2002: Da wurde der Gebäudekomplex gerade entkernt – eine Jugendherberge sollte daraus werden. Doch der Herbergsverband lehnte auf Grund der Nähe einer vorhandenen Einrichtung in Arendsee ab. Die Stadt Salzwedel bezahlte das Entkernen und später den Abriss. Danach baute die Avacon an der Kleinbahnstraße.
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Der ehemalige Salzwedeler Kleinbahnhof im August 2002: Da wurde der Gebäudekomplex gerade entkernt – eine Jugendherberge sollte daraus werden. Doch der Herbergsverband lehnte auf Grund der Nähe einer vorhandenen Einrichtung in Arendsee ab. Die Stadt Salzwedel bezahlte das Entkernen und später den Abriss. Danach baute die Avacon an der Kleinbahnstraße.

Salzwedel. Unlängst bekam die Hansestadt ein Begrüßungsschild an der Ortseinfahrt aus Richtung Arendsee. Nach vier Jahren durch den Genehmigungsdschungel hat die Privatinitiative der Stadtgeister endlich geklappt (wir berichteten).

Der dazugehörige Info-Punkt an der SB-Tankstelle, der über die Angebote in der Hansestadt Auskunft gibt und an dem ausreichend Parkmöglichkeiten bestehen, wird „sehr gut angenommen“, weiß SB-Pächterin Heike Burchardt zu berichten.

Schild und Info-Punkt sind Teil des 2010 aufgestellten Konzepts „Marketingwege 2030“. Vier Jahre später ist bereits einiges erreicht, manches gescheitert und etliches eingeschlafen. In anderen Fällen wie der Kreiselgestaltung bremsen bürokratische Hürden das Engagement.

Schwer vorstellbar ist auch, dass die Tourist-Info noch immer keinen Online-Shop betreibt. Und man kann zwar in Salzwedel auf die Jeetze gucken aber nicht darauf fahren – der Wassertourismus in der Hansestadt kann als gescheitert angesehen werden. Die in den 1990er Jahren für 90 000 DM Förder(Steuer-)gelder angeschafften Spreewaldkähne verrotten zwar nicht mehr auf dem Pfefferteich, sind aber gut verschlossen eingelagert.

Gescheitert ist auch der Jugendstadtrat. Dafür gibts nun einen Seniorenbeauftragten. Auch in Sachen öffentlicher Toiletten hat sich nichts getan – auch, wenn viel darüber geredet wird. Apropos geredet: Das wurde über die Tourismuswerbekonzeption Salzwedel-Arendsee auch. Und nicht nur das: Zum Abschluss liegt ein so genanntes Tourismuswerbekonzept vor. Und das wars. Eine Umsetzung war bislang nicht vorgesehen – die Fördermittel gab es nur fürs Papier.

Noch ein Punkt: Für eine Jugendherberge benötigt das betreibende Herbergswerk eine fertig eingerichtete Immobilie. Einen Anlauf dazu hat die Hansestadt bereits vor Jahren unternommen. Der Kleinbahnhof wurde für viel Geld entkernt, sollte dann Jugendherberge werden. Am Ende wurde der entkernte Bau auch noch abgerissen. Inzwischen hat die Avacon dort ihren Sitz neu gebaut.

Von Holger Benecke

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