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Keine Förderung für Liesten: Stadtrat stimmte gegen Antrag

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Von: Lydia Zahn

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Das Waldbad Liesten ist seit 2017 geschlossen. Eine Sanierung wird es in nächster Zeit wohl nicht geben. Ein Förderantrag wurde im Stadtrat abgelehnt. © AZ-Archiv

Der Stadtrat hat entschieden und gegen einen Antrag von Marco Heide (Linke) gestimmt, einen Fördermittelantrag für das Waldbad Liesten zu stellen. Der gleichnamige Verein lasse sich davon aber nicht unterkriegen.

Salzwedel / Liesten – „Das Waldbad Liesten ist ja ein Dauerthema, und wir sollten die Chance nutzen, die Fördergelder dieses Förderprogramms, in das das Waldbad Liesten reinpasst, zu akquirieren. Der Vorteil ist, dass Drittmittel zugelassen werden“, begann Marco Heide (Linke), seinen Antrag vor dem Salzwedeler Stadtrat zu bewerben.

Konkret geht es dabei um das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, das überjährige, investive Projekte der Kommunen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung mit 45 Prozent – bei Kommunen in Haushaltsschieflage bis zu 75 Prozent – fördert (wir berichteten). Den Eigenanteil in Höhe von 25 bzw. 55 Prozent stemme in jedem Fall der Verein, versicherte Heide. „Es entstehen der Stadt keine Kosten“, schloss der Stadtrat.

Da war Bürgermeisterin Sabine Blümel anderer Meinung: „So: Der Stadt entstehen sehr wohl Kosten. Die Hansestadt muss nach diesem Förderprogramm, egal was ein Dritter geben würde, immer zehn Prozent bezahlen.“ Detailliertere Angaben zu den Hintergründen dieser zehn Prozent, machte Blümel in der Sitzung nicht. Ein weiteres Argument ihrerseits war, dass durch dieses Programm überwiegend Schwimmbäder und Sportstätten gefördert würden.

Eine eher ablehnende Haltung dem Antrag gegenüber hatten die meisten der anwesenden Stadträte. Denn die Mehrheit votierte schließlich dagegen, einen Fördermittelantrag zu stellen.

Er verstehe nicht, warum gegen einen Versuch gestimmt wurde, sagte Marco Heide zur AZ. Es wäre nichts Verbindliches gewesen, erklärte er gestern auf Nachfrage. „Mit der aktuellen Führung ist die Sanierung des Waldbades nicht möglich, weil das einfach nicht gewollt ist“, sagte Heide im Gespräch.

Auch Waldbadvereinsvorsitzender Andreas Weigelt verspürt Verständnislosigkeit. „Es kostet erstmal kein Geld, einen Antrag abzugeben. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen“, äußerte sich der Vorsitzende zur Abstimmung im Stadtrat. Und weiter versicherte Weigelt: „Die Stadt hat immer gesagt, sie würden es angehen, wenn es eine Förderung gibt. Und jetzt ist ein passendes Förderprogramm da. Wir würden die Stadt doch auch nicht alleine dastehen lassen. Wir wollen alles gemeinsam mit ihr machen.“

Doch auch dieser Rückschlag hält den Verein von seinem Vorhaben nicht ab. So hätten sie bereits ein anderes Förderprogramm im Blick, auf welches sich ab 2023 beworben werden könne. „Fakt ist, egal wie, wir geben das Bad nicht auf“, verspricht Weigelt und bedauert fehlenden Willen seitens der Stadt: „Es ist einfach schade, dass die Landbevölkerung so vergessen wird.“

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