Stadtlaub bleibt liegen oder die Salzwedeler bringen es auf ihre Kosten weg

Keine dicken Säcke zur Blätterbeseitigung

Die Fahrbahn – wie hier an der Lüneburger Straße – wird gefegt, das übrige Laub der Stadtbäume bleibt liegen. Das Bereitstellen von Big Bags wie in Kläden wurde in Salzwedel verworfen.

Salzwedel. Herbst – die Laubplage ist in vollem Gange. Doch wohin mit den Blättern? Zur Deponie. Okay, aber für das Laub der städtischen Bäume vor der Haustür Gebühren bezahlen?

Auf der Straße ist alles klar – dort fegt der Bauhof. Und der Rest? Das Bereitstellen von so genannten Big Bags, die ähnlich wie in der Einheitsgemeinde Arendsee – in der Stadt und auf den Dörfern – bereitgestellt werden und, wenn sie von den Bürgern mit dem Laub der kommunalen Bäume gefüllt sind, abgeholt werden, sollte geprüft werden. Das war vor einem Jahr.

Der Vorstoß kam von Pretziers Ortsbürgermeister Herbert Schulze. Die Arbeitsgruppe „Ordnung und Sauberkeit“ hatte das Thema während ihrer einzigen (!) Tagung am 18. November 2014 (!) aufgegriffen. Zur Erinnerung: Am 13. November 2002 (kein Schreibfehler) hatte es einen Sonderstadtrat zum Thema Ordnung und Sicherheit gegeben. Herausgekommen ist dabei nichts. Zwölf Jahre später – die Probleme waren immer noch die gleichen – wurde 2014 die Arbeitsgruppe des Stadtrates ins Leben gerufen. Diese tagte ein einziges Mal. Zumindest kam dabei heraus, dass Marketing-Amtsleiter Olaf Meining ein, wenn auch eingeschränktes Schmiererbeseitigungsprogramm auflegen konnte. Mitarbeiter des Bauhofes schrubbten daraufhin zum Beispiel die Wände des Radfahrer- / Fußgängertunnels Hoyersburger Straße und andere Objekte. Danach ging die Arbeitsgruppe in den Ruhestand. Andere Vorschläge wie die der Big Bags sind wie so oft in Salzwedel in Vergessenheit geraten.

Auf AZ-Nachfrage sagte der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Andreas Köhler, dass „es keine technischen Möglichkeiten gebe, diese Säcke in den Einsatz zu bringen“. Sollte allerdings ein Ortsbürgermeister eine Anforderung stellen, würden Container auf den Dörfern aufgestellt – nicht in der Stadt. Hauptamtsleiter Matthias Holz wies zudem auf die prekäre Finanzlage der Hansestadt hin.

Von Holger Benecke

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