Kurz vor Baubeginn sagte der Stadtrat „nein“

Kein Sonnenstrom vom Gerstedter Weg

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hob Salzwedel. Der Salzwedeler Stadtrat will im Gewerbegebiet Gerstedter Weg keine Photovoltaikanlagen haben. Das zementierten die Abgeordneten am Mittwoch per Beschluss.

Die Flächen sollen produzierendem Gewerbe vorbehalten sein, Photovoltaik könne auf Konversionsflächen ausweichen, so heißt es in der Begründung.

Zuvor hatte in der Einwohnerfragestunde ein Vertreter einer thüringischen Firma, die am Gerstedter Weg Sonnenkollektoren aufstellen wollte, Rederecht erhalten und auf die prekäre Situation hingewiesen. Sein Unternehmen plane bereits seit Jahren dort. Inzwischen ist das soweit gereift, dass die Photovoltaikanlage am Gerstedter Weg genehmigungsfähig sei, vom Bauordnungamt des Altmarkkreises wurden alle Anträge genehmigt, erläuterte der Mann. Und: „Wenn wir gewusst hätten, dass der Salzwedeler Stadtrat am Gerstedter Weg keine Photovoltaikanlagen will, hätten wir doch von unserem Vorhaben rechtzeitig Abstand genommen.“

Seit 1993 existiere der Bebauungsplan für das Gebiet – der Stadtrat hätte also 18 Jahre Zeit gehabt, den Bau von Photovoltaikanlagen dort auszuschließen, machte der Thüringer deutlich. Dass dies ausgerechnet jetzt geschehe, wo der Startschuss für den Bau fallen soll, bezeichnete er als „eine Verhinderungs-, denn eine Veränderungssperre“. Und resümierte: „Wir haben dort viel Zeit, Arbeit und Schweiß reingesteckt.“

Die Stadträte nahmen dies zur Kenntnis, votierten dann aber mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen gegen den Bau von Photovoltaikanlagen im Gewerbegebiet Gerstedter Weg. Einige Abgeordnete pochten zudem auf die Geschäftsordnung, nach der in der Einwohnerfragestunde zu keinem Thema gesprochen werden darf, dass in der Sitzung zur Abstimmung steht. Dies ist so festgelegt, um die Stadträte in ihrer Entscheidung nicht zu beeinflussen.

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