„Kein Fachpersonal“

13 Bufdis für städtische Kindereinrichtungen in Salzwedel genehmigt – aber nicht bezahlt

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Bufdis in den Kindertagesstätten: Das geht nur, wenn diese im technischen Bereich eingesetzt werden. Für Bundesfreiwilligendienstleistende, die in der Kinderbetreuung arbeiten, werden keine Zuschüsse bezahlt. 

Salzwedel – Die SPD-Stadtratsfraktion will fünf Bundesfreiwilligendienstleistende – kurz Bufdis – für die fünf Salzwedeler Grundschulen etablieren. Ein entsprechender Antrag soll im nächsten Stadtrat am 9. Oktober behandelt werden.

Ein Versuch, Bufdis in den städtischen Kindertagesstätten einzusetzen, ist schon vor Jahren gescheitert. Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch hatte bereits 2013 einen Antrag auf 13 Bufdi-Stellen gestellt – für jede Einrichtung einen. Und bekam im Folgejahr auch prompt die Genehmigung vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

„Die Freude war groß“, sagt die Kita-Eigenbetriebsleiterin. Denn im Gegensatz zu den früheren Zivildienstleistenden hoffte sie nun nicht nur auf junge, sondern auch ältere, lebenserfahrenere Menschen, die sie in den immer voll belegten städtischen Kitas zur Entlastung gut hätte gebrauchen können.

Doch die Freude wehrte nicht lange. Der Altmarkkreis strich im Rahmen der sogenannten Leistungsentgelt- und Qualitätsvereinbarung (Kinderförderungsgesetz – KiföG) das Geld für die beantragten Bufdis. Es seien keine anerkennungsfähigen Kosten, sei ihr mitgeteilt worden, bedauert Doris Gensch die ihrer Meinung nach vertanen Möglichkeiten.

Das bestätigt auch Kreis-Jugendamtsleiterin Jutta Peißig: „Die Bufdis dürfen nur im technischen Bereich eingesetzt werden. Dann werden auch die Kosten übernommen.“ Für die Kinderbetreuung könnten die Bufdis ja nicht als Fachpersonal eingestuft werden, macht Peißig klar, welche Möglichkeiten ihrem Amt bleiben.

Ob mit oder ohne Bufdi – die Kindertagesstätten bekämen nicht mehr und auch nicht weniger Geld, als diesen zustehe, macht Jutta Peißig deutlich. Und das setzt sich aus den Zuschüssen von Kreis und Land zusammen. Die Differenz, die bleibt, bestimmt die Höhe der Elternbeiträge. „Die Kosten pro Platz und pro Kind haben nichts damit zu tun, ob Bufdis eingesetzt werden oder nicht“, erläutert Jutta Peißig. Denn sie seien kein Bestandteil der Entgeltvereinbarung.

VON HOLGER BENECKE 

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