Zweiter Bauabschnitt in Kirche läuft / Risse prägen das Innere

St. Katharinen aus den Fugen geraten

St. Katharinen ist sinnbildlich für die Bauarbeiten gerüstet. Über 3000 Kubikmeter Stahl und Holz wurden verbaut. Fotos (2): Koller

Salzwedel. Der zweite Bauabschnitt an der Salzwedeler Katharinenkirche läuft auf Hochtouren. Insgesamt werden 350 000 Euro in das Gewölbe, den Fußboden sowie in die Wände investiert. Mittel aus Landes- und Bundestöpfen, sowie private Geldbörsen wurden dafür angezapft.

Gestern lud Dr. Frieda Oßwald, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, zur Besichtigung ein. Mit dabei waren Matthias Friske, Pfarrer der Kirchengemeinde, sowie Architekt Jan Bodenstein und Roland Wolter als Kirchenratsmitglied.

Im August wurden zwei Stützen, die den Westflügel sichern sollten, abgebaut – der Flügel drohte einzustürzen (wir berichteten). Mittlerweile steht das Gotteshaus wieder felsenfest. „Dennoch hat sich durch den sich neigenden Flügel das gesamte Gewölbe verschoben. Dadurch entstanden Risse im Inneren. Jetzt müssen diese Risse mit Spezialbeton aufgefüllt werden“, weiß Jan Bodenstein. Dazu wurde der gesamte Innenraum der Kirche eingerüstet. Über 3000 Kubikmeter Stahl und Holz tragen die Mitarbeiter einer Quedlinburger Baufirma sicher in luftiger Höhe. „Um so mehr Risse verfugt sind, desto sicherer wird der Bau wieder“, ergänzt Bodenstein.

Zwar seien durch die Verschiebung des Westflügels einige Gewölbebögen komplett gebrochen, dennoch ist sich Bodenstein sicher, dass der Bauabschnitt im Juni 2013 fertig ist. „Das schaffen wir auf jeden Fall. Hier sind absolute Profis am Werk.“ Dann soll laut Matthias Friske auch das erste Konzert beginnen. Am 29. Juni wird aller Voraussicht nach die Konzertreihe „Grundton D“ starten. Diese Reihe findet nur in ausgesuchten und besonders schützenswerten Gebäuden statt.

580 000 Euro kostete bereits der erste Bauabschnitt. Somit fließen insgesamt 930 000 Euro in St. Katharinen. In den kommenden Wochen werden die noch nicht fertiggestellten Fenster sowie Restarbeiten zusätzlich in Angriff genommen. „Dazu muss es zunächst frostfrei bleiben“, sagt Bodenstein und fügt mit einem Lachen hinzu: „Wir heizen in den nächsten Monaten nicht für die vielen Arbeiter, sondern für den Mörtel.“

Von Steffen Koller

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