Kantorei Salzwedel in Bestform

Glänzende Aufführung des Händel-Oratoriums „Judas Maccabäus“ in der Katharinenkirche

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Im Rahmen des Altmärkischen Musikfestes brillierten die Gesangssolisten in der Katharinenkirche unter der Leitung von Matthias Böhlert.
  • VonKai Zuber
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Was für ein wunderbarer barocker Glanz in der Hansestadt: Bei der brillanten Aufführung des Händel-Oratoriums „Judas Maccabäus“ in der Salzwedeler Katharinenkirche erlebten die Gäste die Kantorei in Bestform. Dazu kamen unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert noch die Mitglieder des Orchesters der Komischen Oper Berlin und des Osterchorsteinway Bremen.

Salzwedel – Im Rahmen des Altmärkischen Musikfestes brillierten die Gesangssolisten Juliane Schubert (Sopran), Klaudia Zeiner (Alt), Christoph Pfaller (Tenor) und Stephan Heinemann (Bass). Das Barock-Genie Georg-Friedrich Händel (1685-1759) komponierte sein viel gespieltes Oratorium „Judas Maccabäus“ in drei Teilen. Doch mit historisch weißer Weste kommt der gebürtige Meister aus Halle dieses Mal nicht davon, denn der finale Jubel „Halleluja, Amen!“ und der noch viel bekanntere „weihnachtliche“ Chor der Jünglinge „Seht, er kömmt mit Preis gekrönt“ bei „Judas Maccabäus“ hat einen mehr als faden Beigeschmack.

Stehende Ovationen gab es für die Aufführung von Händels Oratorium „Judas Maccabäus“.

Der Sieg des äußerst grausamen, mörderischen und zynischen englischen Feldherren Wilhelm August Herzog von Cumberland (Beiname: „Der Schlächter“) nach der entscheidenden Schlacht gegen die freiheitlichen schottischen Jakobiter-Aufständischen auf dem Schlachtfeld von Culloden (1746) wird in dem Auftragswerk in unglaublich fataler Weise parallel gesehen zum Sieg des Judas Maccabäus im Jahre 165 vor Christus. Händel kommt daher bei seinem Oratorium nicht umhin, sich die englisch-königliche Lohnschreiberei und das Staatskünstlertum im Geiste der Mächtigen vorwerfen zu lassen. Die Verlierer von 1746, die barbarisch verfolgten und geschändeten schottischen Freiheitskämpfer aus den Highlands um ihren Anführer Charles Edward Stewart (Bonnie Prince Charles), sahen und sehen wohl bis heute das Oratorium als musikalische Schmach an.

Doch das ist mittlerweile alles Geschichte, denn heute wird das Händel-Werk oft anders gesehen und interpretiert. Gesiegt hat bis heute die Musik. Der ungeteilte Jubel der Zuhörer in der Katharinenkirche galt am Sonnabend den Musikern, der Kantorei Salzwedel um ihrem Chef Matthias Böhlert.

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