Bildungseinrichtungen verzeichnen landesweit weniger Lernende

Kampf um Berufsschüler

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Die Berufsbildenden Schulen auf dem Salzwedeler Fuchsberg: Seit Jahren kämpft die Einrichtung damit, die Marke von 1000 Schülern zu halten. Im kommenden Schuljahr geht ein Bildungsgang für Pflegeberufe dort an den Start.

Altmarkkreis. Seit Jahren kämpfen die Berufsbildenden Schulen des Altmarkkreises in Salzwedel um jeden Schüler. Hintergrund: Die Einrichtung kratzt an der 1000-Schüler-Marke. Die sollte es sein, damit der Bestand gesichert ist.

Das ist nicht nur ein Problem in Salzwedel. Landesweit ist die Schülerzahl an berufsbildenden und Fachoberschulen im Schuljahr 2017/18 gesunken. An den Fachschulen, Fachgymnasien sowie an den Berufsfachschulen hingegen leicht gestiegen, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt jetzt mitteilt.

47 184 Schülerinnen und Schüler werden an berufsbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt unterrichtet. Das entspricht einer Abnahme von 498 Personen (minus 1 Prozent) im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr, so die Behörde.

Bei der Analyse nach Schulformen in Sachsen-Anhalt zeigt sich im laufenden Schuljahr 2017/18 gegenüber dem Schuljahr zuvor eine differenzierte Entwicklung, schreibt das Landesamt. Die Teilzeitberufsschulen (duale Berufsausbildung) weisen mit einen Rückgang der Schülerzahl von 440 Personen (minus 1,6 Prozent) den höchsten absoluten Schülerrückgang aus. 57 Prozent (26 758) aller Jugendlichen an berufsbildenden Schulen lernen dort die Theorie für ihre Berufsausbildung.

Die Schülerzahl im Berufsvorbereitungsjahr verringerte sich um 3,1 Prozent auf 2816 Jugendliche. In den Fachoberschulen hat sich die Schülerzahl um 0,6 Prozent auf 2386 Lernende reduziert.

Dagegen gab es eine leichte Zunahme an den Fachschulen um 0,5 Prozent auf 4841 Schüler. An den Fachgymnasien ging die Zahl der Jugendlichen um 0,7 Prozent auf 2021 hoch. Die Berufsfachschulen freuen sich über 8362 Lernende (plus 0,1 Prozent).

Die Zahl der ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 265 auf 2864 Personen (plus 10,2 Prozent). Der ausländische Schüleranteil beträgt derzeit 6,1 Prozent.

Eigentlich gilt im Land die Faustregel „pro Landkreis eine Berufsschule“. Jedoch schwebt ein möglicher Fall unter die 100er-Marke wie ein Damoklesschwert über der Salzwedeler Berufsschule. Schon seit Jahren versuchen die Verantwortlichen gegenzusteuern und neue Bildungsgänge an Land zu ziehen. Regelmäßig liefen sie da allerdings beim Kultusministerium in Magdeburg vor die Wand. Zuletzt mit dem Antrag, eine Berufsschulklasse für Öko-Landbau zu installieren. Der Bedarf wäre da gewesen. Das Ministerium winkte ab. Da wollen die Grünen im Landtag aber noch einmal insistieren.

Dafür geht im kommenden Schuljahr ein Bildungsgang für Pflegeberufe an den Start (AZ berichtete). Anmeldungen sind vorhanden, was den Standort langfristig sichern könnte. Erst recht vor dem Hintergrund, dass die Gesellschaft immer älter und der Bedarf an Pflegekräften zunehmen wird.

Von Jens Schopp

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