Aus „Liberty“ wurde „Nie wieder“

Kameramann Paul Hiersche aus Salzwedel wirkt bei Kinofilm mit

Kameramann
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Nach jeder Klappe wurde die aufgezeichnete Szene nochmals auf der Kamera angesehen. Director of Photography Jonas Klocke (v.r.), Kameramann Paul Hiersche und Setdesigner Lukas D. Müller-Bernhardt überprüfen, ob alles passt.
  • VonPaul William Hiersche
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  • Arno Zähringer
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48 Drehtage, 309 Beteiligte, vier Jahre Arbeit, 83 Sponsoren sowie Unterstützer – nicht weniger war nötig, um den Film „Nie Wieder“ von CFT-Productions aus Uelzen, eine Geschichte voller Emotion und Action, fertigzustellen.

Salzwedel – Mitten drinnen der heute 31-jährige Salzwedeler Paul Hiersche. Er hat bei dem Projekt die Aufgabe des Kameramanns übernommen. Und: Am Sonntag, 14. November, ab 17 Uhr präsentiert Hiersche gemeinsam mit den Hauptdarstellern Nici Timm und Rahul Pathak ihr Werk im Salzwedeler Filmpalast, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Nie Wieder“, früher unter dem Projektnamen „Liberty“ bekannt, ist eine Erzählung, in der es sich um ein Entwicklungsland handelt. Eine skrupellose Gruppe Plünderer tyrannisiert einsame Dörfer eines ländlichen Staates und verschleppt die erwachsenen Einwohner. Um zu überleben, schließen sich einige zurückgelassener Kinder in einem morbiden Versteck zusammen. Doch ein Ende der Unterdrückung ist nicht in Sicht, und die Jugendlichen um den Hauptcharakter Luana, gespielt von Nici Timm, geraten bei ihrem Kampf gegen die Plünderer immer tiefer in Gefahr.

Die Geschichte hatte sich der damals 15-jährige Luzian Massarrat im Jahr 2016 ausgedacht und wollte seine Vision mit seinen Freunden Timon Kraatz und Fabian Schröder auf die Leinwand bringen. Um so ein Vorhaben jedoch auf die Beine zu stellen, brauchte es eine Crew, die das auch umsetzen kann. An diesem Punkt begann die Zusammenarbeit zwischen den Uelzenern und dem Salzwedeler Kameramann.

Es war Ende Februar 2017. „Ich habe bei Facebook die Nachrichten durchgeblättert und bin über einen Post gestolpert von einer Freundin von mir“, erinnert sich der 31-jährige Hiersche. „Darin wurde dazu aufgerufen, dass eine Gruppe junger Filmemacher Schauspieler und Komparsen sucht.“ Hiersche bewarb sich bei der Uelzener Filmcrew als Kameramann. Es kam zu einem Treffen, bei dem das Können des Salzwedelers unter die Lupe genommen wurde. „Ich war erstaunt, wie professionell die Jugendlichen arbeiteten“, schildert Hiersche.

Gedreht wurde hautpsächlich im Raum Uelzen. Markante Szenerien waren allerdings das Museumsdorf Hössering und der Elbtunnel in Hamburg gewesen. „Es war Wahnsinn, was die junge Filmcrew auf die Beine gestellt hatte und das ohne Budget“, berichtet Hiersche. „Wir alle wussten, dass wir nicht dafür bezahlt werden. Umso mehr hat jeder mit viel Herzblut an dem Filmprojekt mitgeholfen.“

Das Arbeiten am Set war nie langweilig. „Man merkte einfach, dass die Leute Lust hatten“, schildert Hiersche. Auch dann ging die gute Laune nicht verloren, als im Winter bei Drehblock IV draußen minus 15 Grad herrschten und die Schauspieler und Komparsen nur mit dünner Kleidung die Szenen in einem Wald spielen mussten. Improvisationstalent war ebenfalls immer gefragt. „Irgendwo ging immer mal was kaputt. Und ja, Klebeband hält die Welt zusammen“, lachte der Salzwedeler.

Die Grundphilosophie hinter dem Vorhaben von CFT-Productions war recht simpel. „Wir wollten mit dem Projekt jedem die Möglichkeit geben, sich beim Film auszuprobieren“, sagt Drehbuchautor und Regiesseur Luzian Massarrat. Dieser Philosophie sind Massarrat, Timon Kraatz und Fabian Schröder bis heute treu geblieben.

Kürzlich feierte der Film „Nie Wieder“ in Uelzen seine Premiere. Der Saal war ausverkauft. „Ich war sowas von aufgeregt, weil ich ja nicht wusste, wie das Endprodukt aussehen wird“, schildert der Salzwedeler. Insgesamt beträgt die Lauflänge gute 118 Minuten.

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