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Kameraden kamen nicht aus den Stiefeln

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Von: Holger Benecke

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Zwischen Riebau und Groß Chüden hing ein großer Ast auf einer Freileitung. Riebaus Wehrleiter Frank Rosenbauer rückte mit sechs Kameraden aus. Jeebels Feuerwehrchef Fritz Thunecke und drei seiner Männer unterstützten. Dazu kamen die Salzwedeler Drehleiter mit zwei Kameraden sowie ein Avacon-Mitarbeiter und deren Vertragspartner mit Sägezubehör. Nachdem die Freileitung stromlos geschlossen war, ging es ans Freischneiden. Mittagessen und Kaffeetrinken fielen dadurch bei den Ehrenamtlichen am Sonntag aus. © Privat

Sturmtief „Nadia“ sorgte am Wochenende für tausende Feuerwehreinsätze im Norden Deutschlands. Auch die Freiwilligen Feuerwehren im Altmarkkreis hatten alle Hände voll zu tun – umgestürzte Hauswände, Bäume auf den Straßen und in den Freileitungen hielten die Ehrenamtlichen auf Trab.

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Einsatz zwischen Riebau und Groß Chüden. © Privat
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Sicherheit steht für die Einsatzkräfte an erster Stelle: Prüfen, ob die Leitung wirklich stromlos ist. © Privat
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Die Leitung wird freigeschnitten. © Privat

Altmarkkreis Salzwedel - Das Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz beim Altmarkkreis registrierte für die Region allein für Sonnabend 37 und Sonntag 35 – also insgesamt 72 Einsätze. Davon galten 69 den Folgen von „Nadia“. Hinzu kamen drei Brände. Die Schwerpunkte, also die Zeiten, zu denen die Feuerwehren zu Hilfe gerufen wurden, konzentrierten sich am Sonnabend zwischen 19 und 22 Uhr sowie am Sonntag von 7 bis 12 Uhr.

Schwerpunkt im Raum Beetzendorf-Diesdorf

Spitzenreiter im Einsatzgeschehen war die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf mit 23 Alarmierungen. Zu elf Einsätzen der Wehren am Sonnabend kam am Sonntag noch einmal ein Dutzend hinzu. Dort war mit den Freiwilligen Feuerwehren Altensalzwedel, Beetzendorf, Bornsen, Diesdorf, Dülseberg, Ellenberg, Gladdenstedt, Jübar, Kuhfelde, Lüdelsen, Molmke, Neuekrug, Peckensen, Recklingen, Rohrberg, Stöckheim, Tangeln und Wallstawe fast die gesamte Verbandsgemeinde auf den Beinen.

Salzwedeler hatten die meisten Einsätze

In Wallstawe ging zudem am Sonnabend auch noch das Licht aus: Stromausfall – von 19.30 bis 21 Uhr saßen die Dorfbewohner im Dunkeln. Außerdem war an diesem Tag stundenweise kein Strom in Groß Wieblitz, Tylsen, Gerstedt und Chüttlitz. Sonntag hatten Ellenberg und Wistedt zwischen 1.20 und 1.45 Uhr keinen Strom sowie Riebau und Chüden zwischen 11.30 und 13.40 Uhr (siehe Foto).

In der Einheitsgemeinde Salzwedel wurden 21 Einsätze gefahren – 13 am Sonnabend und noch einmal acht am Sonntag. Die Kameraden der Kreisstadt stehen mit insgesamt sieben Einsätzen an der Spitze des Wochenendgeschehens. Außerdem rückten Brietz, Cheine, Eversdorf, Groß Wieblitz, Jeebel, Kemnitz, Langenapel, Mahlsdorf, Riebau und Tylsen aus, um hinter „Nadia“ aufzuräumen. In Salzwedel kollidierte am Sonnabend gegen 20.30 Uhr auf der Reimmannstraße eine Frau mit ihrem Pkw mit einem umgestürzten Baum. Sie wurde glücklicherweise bei dem Zusammenstoß nicht verletzt.

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„Nadia“ warf die Bäume um, die Feuerwehren machten Kleinholz – hier am Ortsausgang Salzwedel in Richtung Warthe-Kreisel. © Zähringer, Arno

Im übrigen Kreisgebiet sah es wie folgt aus: In der Kalbenser Region heulten die Sirenen an beiden Tagen elfmal. Brunau, Cheinitz, Dolchau, Güssefeld, Kakerbeck, Kalbe, Packebusch, Wernstedt und Zethlingen mussten raus – zum Teil sogar an beiden Tagen.

Im Gardelegener Raum wurden acht Einsätze gefahren. Dabei gingen die Kameraden aus Berge, Gardelegen, Letzlingen, Lindstedt, Lüffingen und Zichtau die Sturmschäden an. Arendsee, Fleetmark, Lüge und Schrampe hatten in der dortigen Region bei sechs Einsätzen mit „Nadia“ zu kämpfen, darunter auch mit einer vom Wind umgewehten Hauswand in Schrampe. In der Einheitsgemeinde Klötze blieb es vergleichsweise ruhig. Die Wehren Böckwitz, Klötze und Wenze gingen ihre drei Einsätze dort routiniert an.

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„Nadia“ knickte die Bäume um. © Zähringer, Arno

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