Kadaver blieb an der Oder zurück

März 2009: Die Vorsitzende des SOS Pferdehilfeverein, Sabine Schneider-Lesner, ist von Brandenburg weggezogen, wohnt seit Dezember 2009 in Pretzier.
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März 2009: Die Vorsitzende des SOS Pferdehilfeverein, Sabine Schneider-Lesner, ist von Brandenburg weggezogen, wohnt seit Dezember 2009 in Pretzier.

PRETZIER. Seit Dezember 2009 siedelt der SOS Pferdehilfeverein in Pretzier. „Wir und die fördernden Mitglieder betreiben aktiven Tierschutz“, erklärte Vorsitzende Sabine Schneider-Lesner kürzlich. Doch in Ostbrandenburg, wo der Verein vorher residierte, sieht die Sache gänzlich anders aus. Von Jens Heymann

„Ein bestialischer Gestank ging von dem Bauerngehöft am Oderdamm in Gieshof-Zelliner Loose aus“, schrieb die Märkische Oderzeitung (MOZ) kürzlich über die SOS Pferdehilfe. Ein Nachbar entdeckte einen Pferdekadaver und alarmierte die Behörden. Von „fürchterlichen Zuständen“ sprach auch MOZ-Redakteur Ulf Grieger gegenüber der AZ. Der dortige Tierschutzverein habe immer vor der SOS Pferdehilfe gewarnt.

Nun ist diese nach Pretzier übergesiedelt. „Weil hier eine Pferderegion ist“, hatte Schneider-Lesner der AZ erklärt. In Wahrheit, so Ulf Grieger, hatte die Pferdehilfe seit Monaten keine Pacht mehr an den Hof-Eigentümer, den Bundestagabgeordneten Hans-Georg von der Marwitz (CDU), bezahlt.

Mona Ruland, Ansprechpartnerin eines Internetforums über vermisste Pferde, stellte den Umzug in die Altmark „mit großem Schrecken“ fest. Sie beobachte „das Treiben des Vereins“ seit Jahren.

Für das hiesige Kreis-Veterinäramt waren die Vorwürfe neu. Bei Kontrollen durch Tierärzte wurden bislang keine gravierenden Verstöße festgestellt, so Amtsleiter Dr. Frieder Oswald. Er versicherte, den Verein umgehend genau zu überprüfen. Bestätigen sich die Vorwürfe, werde ein Verfahren eingeleitet, so Oswald.

Sabine Schneider-Lesner selbst war seit Tagen für eine Stellungnahme in dieser Sache weder telefonisch noch persönlich zu erreichen.

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