Aber: Mülltrennung auf Schulhof scheint keine Rolle zu spielen

Demonstration in Salzwedel: Jugendliche kämpfen für die Umwelt

+
Junge Umweltaktivisten gingen bei „Fridays for Future“ auf die Straße. Sie kämpfen für eine bessere Zukunft.
  • VonPaul William Hiersche
    schließen

Salzwedel – Am Freitag, 11.30 Uhr, versammelten sich mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der „Fridays for Future“-Demonstration auf dem Rathausturmplatz, als bei den vorangegangenen Veranstaltungen. An die 120 Teilnehmer zählte die Polizei.

Es war die dritte Demo in Salzwedel.

Die andere Seite der Medaille: Fehlende Mülltrennung am Jahn-Gymnasium.

Etwas Verunsicherung machte sich am Anfang breit. Die Teilnehmer des „Fridays for Future“ durften das Pflaster des Rathausturmplatzes nicht betreten, hieß es von der Stadt, informierte Mitinitiator Jannik Brunke. Lediglich auf der Breiten Straße konnten sich die Umweltaktivisten aufhalten, bevor sie durch Salzwedel zogen. Grund: Der Rathausturmplatz sei politikfreie Zone. Ein zu großes Schild, das an einem Fahrzeug befestigt war, wurde von der Salzwedeler Polizei beanstandet. Die Demonstranten konnten sich mit den Beamten einigen.

Alles in allem verlief die gestrige Veranstaltung friedlich. Nach dem Marsch durch die Stadt gab es zum Abschluss einige Kundgebungen. Beim „Offenen Mikro“, wie die Organisatoren es nannten am Ende der Demo, hatten Teilnehmer die Möglichkeit, ihrem Unmut Luft zu machen. Neben dem geforderten Kohleausstieg ging es dieses Mal auch der Lebensmittelindustrie an den Kragen. Massentierhaltung war das Stichwort.

Wie die Altmark-Zeitung erfuhr, planen die Umweltaktivisten eine eigene Internetpräsenz, um Veranstaltungen und Aktionen besser anzukündigen. Einen Facebook- sowie einen Instragram-Account habe die „Fridays for Future“-Ortsgruppe Salzwedel schon angelegt.

Das Engagement der Schülerinnen und Schüler ist nicht bei allen unumstritten. „Wenn Jugendliche und junge Erwachsene uns lehren wollen, wie das Klima und die Umwelt verbessert werden können, dann sollen sie erst einmal bei sich selbst anfangen“, so Jens Reichardt aus Sanne-Kerkuhn. Weil er auf dem Weg in die Stadt Müll vor dem Gymnasium fand und diesen in den entsprechenden Behälter werfen wollte, entdeckte er auf dem Hof einen Restmüllbehälter. „Mich hat erschreckt, dass bei den so engagierten jungen Menschen Mülltrennung keine Rolle spielt“, so Reichardt gegenüber der AZ. Die Verantwortlichen der Schule seien in der Pflicht, die Schüler dazu anzuhalten.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE UND HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare