Nach 15 Jahren als Priester in Salzwedel wird Andreas Müller am Sonntag verabschiedet

Jede Station hatte ihre Eigenheiten

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Etliche Umzugskartons sind schon gepackt und stehen im Wohnzimmer von Pastor Andreas Müller. Der Geistliche der Salzwedeler St.-Lorenz-Gemeinde ist seit März im Ruhestand. Sonntag wird er in einem Gottesdienst verabschiedet. 

Salzwedel. Etliche Kartons stehen schon gepackt in seinem Wohnzimmer. So langsam nimmt Pastor Andreas Müller Abschied von seiner Heimatstadt Salzwedel. Der katholische Priester der St. -Lorenz-Gemeinde ist seit März im Ruhestand.

Morgen, Sonntag, wird er in einem Gottesdienst (10.30 Uhr) offiziell verabschiedet. Der Gardelegener Pfarrer Andreas Lorenz wird bis auf Weiteres auch die Salzwedeler Gemeinde übernehmen (AZ berichtete).

„Ich werde zu meinem Bruder nach Naumburg ziehen“, kündigt der 69-jährige Geistliche an. Gesundheitlich ist er seit Herbst vergangenen Jahres etwas angeschlagen und hat seitdem auch keinen Gottesdienst mehr geleitet. Rund 1200 Gläubige gehören zum Sprengel von St. Lorenz. „Auch wenn die Gottesdienste immer ganz gut besucht sind, es wird immer weniger“, bedauert Müller. Ohnehin seien die Katholiken in der Altmark eine Minderheit, aber viele zögen auch aus der Region fort. Das merke man auch in den sonntäglichen Messen, berichtet der Priester.

Zu dem wurde er 1975 in Magdeburg geweiht. Studiert hatte er zuvor von 1967 bis 1972 in Erfurt. Nach seiner Weihe war er in verschiedenen Gemeinden in Sachsen-Anhalt und Thüringen tätig. So zum Beispiel in Halle-Neustadt, Halle-Dölau, Jena, Merseburg und schließlich seit 15 Jahren in seiner Heimatstadt Salzwedel. „Welche Station die schönste war, kann ich nicht sagen. Jede hatte ihre Eigenheiten“, so Andreas Müller. Mehr in Erinnerung geblieben sind ihm die Begegnungen mit den vielen Menschen im Laufe seines Berufslebens. „Die waren oft aufregend und spannend.“ In seiner Freizeit habe er oft das benachbarte Bundesland Niedersachsen erkundet, sagt Andreas Müller.

Dass die Stelle erst mal nicht besetzt wird, findet er schade, aber wenn kein Priesternachwuchs da ist, könne man das eben nicht ändern. Bischof Feige seien da die Hände gebunden. Aber: „Wenn die Leute das Gemeindeleben weiter tragen, wird es weiter laufen.“ Auf die Menschen in der Gemeinde komme es eben an, sagt der scheidende Salzwedeler Pfarrer.

Von Jens Schopp

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