Athleten zeigen Feinheiten des Bodybuilding / Diszipliniertes Training im Fokus

Jede Faser des Körpers wird unterstrichen

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Patrick Tusk (Hintergrund Mitte) gab den Teilnehmern des Posing-Workshops Tipps. Bei Wettbewerben würden sie in verschiedenen Klassen antreten. Hagen Franke (Hintergrund rechts) hatte das Treffen nach Salzwedel geholt. Die Werbegemeinschaft unterstützte.

Salzwedel. „Die Übergänge müssen weich sein“ und „zeigt, was ihr habt“ waren Sätze, die am Sonnabend im Spiegelzimmer des Freizeit- und Eventcenter Salzwedel fielen. Dort posten Frauen und Männer aus Magdeburg, Wolfsburg, Braunschweig und Bremen.

Die Deutsche Meisterin Alina Grand (vorne links) übte mit interessierten Frauen verschiedene Posen.

Sie alle haben sich dem Bodybuilding verschrieben. Das Treffen mit Workshop war nicht ohne Grund in der Hansestadt: Hagen Franke stammt aus der Altmark und gewann selbst bereits einen Wettbewerb. Nun will er bei den Deutschen Meisterschaften im Oktober auf das Siegertreppchen. „Der Tag heute soll auch dazu dienen, dass wir uns austauschen“, unterstrich Hagen Franke. Auch Zuschauer konnten sich Details von Bodybuilding anschauen, dass am Sonnabend zunächst aus einem Training an Geräten und dann einen Posing-Workshop bestand. Viel Wert wurde auf das Posen gelegt, dem Wettkampfkern. Denn Jury-Mitglieder entscheiden in wenigen Minuten, ob die jeweiligen Körper zur Bodybuilder-Spitze gehören. Bei verschiedenen Posen werden Muskelpartien unterstrichen. Dabei helfen Öl und Bräunungsfarbe. Die Definition des Körpers steht im Mittelpunkt. Dies wird beim Posen regelrecht einstudiert, Körperteile förmlich auf den Zentimeter genau in Position gebracht.

Kern des Ganzen bleiben Muskeln. Dabei gibt es immer wieder kritische Diskussionen über das Verwenden von chemischen Mitteln, die den Aufbau schnell fördern. Dazu bezog Hagen Franke am Sonnabend klar Stellung und unterstrich das Wort natural im Namenszug von „German Natural Bodybuilding & Fitness Federation“. Der Verein habe sich auf die Fahne geschrieben, Natürlichkeit nach vorne zu heben. Statt Chemie gelt es mit Disziplin und Training die Ziel zu erreichen.

Ein wesentlicher Punkt ist die Ernährung. „Gerade vor Wettkämpfen zähle ich praktisch jedes Reiskorn“, machte der Bundeswehrsoldat deutlich. Kalorien werden akribisch aufgeschrieben und nahezu täglich mit Geräten trainiert. Aus Körperfett sollen Muskeln werden. „Der Mensch benötigt einen Anteil von drei Prozent zum Überleben. Wir wollen vier bis fünf Prozent erreichen“, erzählte Hagen Franke aus dem Männerbereich der Bodybuilder und ergänzt: „Ich trainiere jetzt 13 Jahre.“ Zunächst begann es mit einfachen Übungen mit Fitnessstudio. „Als Jungs haben wir uns dann zum Beispiel die Armmuskeln gezeigt und waren stolz. Daraus hat sich bei mir mehr entwickelt“, unterstrich er im AZ-Gespräch.

Dem Bundeswehrsoldaten ist durchaus bewusst, dass dies auch für Aufmerksamkeit im Alltag sorgt und nannte ein Beispiel. Während sich die anderen Gäste bei einer Geburtstagsfeier am Kuchen labten, packte er den Magerquark aus. Dies stoße nicht immer auf Verständnis. Phasenweise konzentriert er sich nur auf Ei, Hühnerfleisch und Reis. Dies sei aber von Athlet und Athlet verschieden. „Ich verzichte auf gar nichts und esse abends meine Lieblingskekse“, so die Deutsche Meisterin Alina Grand am Sonnabendvormittag in Salzwedel. Die aufgenommenen Kalorien gilt es dann im Training umzusetzen, das mache sie sechs Mal pro Woche mit Erfolg.

Von Christian Ziems

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