ASA feiert Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür: Leben und Arbeiten wie im 19. Jahrhundert

25 Jahre für die Salzwedeler Altstadt

In der Werkstatt konnten Besucher sich an der Abziehbank versuchen. Fotos (4): Lüdemann
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In der Werkstatt konnten Besucher sich an der Abziehbank versuchen.
  • VonKatja Lüdemann
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Salzwedel. Schon von Weitem hallt das „Pling-Kling“ durch die Altperverstraße. Das rhythmische Geräusch leitet Passanten, sie bleiben stehen und schauen Bruno Sill dabei zu, wie er gekonnt den Schmiedehammer schwingt.

„Für unser 25-jähriges Jubiläum hämmere ich die Zahl 25 und unser Logo für den ASA“, erzählt der eifrige Schmied. Denn der ASA, Arbeitskreis Salzwedeler Altstadt, kümmert sich mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert um die Baumkuchenstadt.

Vanessa Schulz hat das Weben für sich entdeckt. „Mit dem alten Webstuhl bin ich sogar schneller als mit den modernen Webutensilien“, erzählt die 13-Jährige.

Am Wochenende konnten Besucher sich in den Räumen an der Altperverstraße umschauen. Der Arbeitskreis hat vor einigen Jahren die Häuser Nr. 26/28 erworben und als Wohn- und Gewerberäume wie im 19. Jahrhundert eingerichtet. Für den Tag der offenen Tür hatten die Verantwortlichen einen kleinen Flohmarkt aufgebaut. Porzellan, Sektgläser, Bücher und Schmuck – wer stöbern wollte, kam an diesem Tag voll auf seine Kosten. Heidi Dannies und Rosemarie Palloks hatten in den oberen Stockwerken ihre Tische aufgebaut und waren auch für einen gemütlichen Plausch die ideale Anlaufstelle.

Bruno Sill sorgte draußen auf der Altperverstraße für interessierte Blicke. Das „Pling-Kling“ des Hammers war weithin zu hören.

Handwerklich tätig werden konnten Interessierte in der Werkstatt. Dort wurde auf einer Abziehbank mit Abziehbalken Äste entrindet. Daraus werden später Stiele für Besen oder Heugabeln hergestellt. Vanessa Schulz zeigte ihre Fingerfertigkeit am antiken Webstuhl. Die 13-Jährige kam über ihren Großvater, Bruno Sill, zum ASA und hat sich dem Weben verschrieben. „Damit bin ich sogar schneller als mit den heutigen Webmethoden“, erzählte die Teenagerin, während sie die gelben Fäden aufwickelte. Am Ende, so hofft sie, wird ein kleiner Teppich entstehen.

Heidi Dannies (l.) und Rosemarie Palloks waren jederzeit für einen Plausch bereit.

Die Finger ablecken konnten sich die Besucher beim selbst gebackenen Kuchen. Gemütlich saß man draußen im Garten beisammen, wenn die Sonne zwischendurch aus dem Wolkenmeer hervorlugte und lauschte dem stetigen „Pling-Kling“ von Bruno Sills Schmiedehammer.

Von Katja Lüdemann

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