Anwohner verärgert: Raser entdecken die frisch sanierte Wollweberstraße für sich

Innenstadtmeile wird zur Rennpiste

Am Donnerstagmittag postierte sich die Polizei zur Geschwindigkeitsmessung in Höhe der Kita Rappelkiste an der Wollweberstraße. Laut Aussagen einiger Anwohner hat sich die Innenstadtmeile in eine Rennpiste verwandelt.
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Am Donnerstagmittag postierte sich die Polizei zur Geschwindigkeitsmessung in Höhe der Kita Rappelkiste an der Wollweberstraße. Laut Aussagen einiger Anwohner hat sich die Innenstadtmeile in eine Rennpiste verwandelt.
  • VonDavid Schröder
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Salzwedel. „Ich bin froh, dass hier nun eine 20-er-Zone ist“, sagt Nicole Philipp, Mutter des kleinen Ben-Luca (4), während auf der anderen Seite der Wollweberstraße die Polizei gerade Autofahrer ins Visier nimmt.

Der Einsatz der Beamten am Donnerstagmittag erscheint dringend nötig.

Vor gut einem Monat wurde die für viel Geld sanierte Innenstadtmeile wieder für den Verkehr freigegeben. „Seitdem ist es vor allem abends eine Rennpiste“, berichtet ein Anwohner, der nicht namentlich genannt werden will. „Ich bin froh, dass sie endlich hier blitzen“, sagt der Mann mit Blick auf die Polizeibeamten, die immer wieder Fahrzeuge an die Seite winken.

Kindertagesstätte Rappelkiste.

Nicole Philipp hat am Donnerstagmittag gerade ihren Sohn aus der Kita Rappelkiste abgeholt. Auch sie freut sich über die Polizeipräsenz. „Zack, und eines der Kinder ist schnell auf die Straße gerannt“, sagt sie und berichtet, dass sich die Mütter in der Kita auch schon über die Situation unterhalten haben. Polizeisprecher Frank Semisch bestätigt die Einschätzung der Anwohner und Kita-Eltern: „Neue Straßen verführen häufig dazu, dass Autofahrer schneller fahren als vorher und als erlaubt“, so seine Erfahrung. Ob an der Wollweberstraße nun häufiger die Geschwindigkeit kontrolliert werde, konnte Semisch allerdings noch nicht sagen. Dass liege auch an den Ergebnissen der Kontrolle von Donnerstag. Wenn diese Auffälligkeiten zeige, „dann wird man damit rechnen müssen, dass wir unsere Bemühungen in diesem Bereich verstärken.“

In der Kontrollzeit waren von 31 gemessenen Autos vier zu schnell unterwegs. Ein Wagen hatte 44 km/h auf dem Tacho. So notierten die Beamten drei Verwarngelder und eine Bußgeldanzeige.

Für Thomas Herrmann (siehe Leserbrief unten) sind die Kontrollen durch die Polizei unabdingbar. Für ihn ist klar, dass der Asphaltstreifen in der Mitte der Straße für eine „Rennstrecke“ gesorgt habe. Diese Bedenken seien von den Anwohnern bereits zu Beginn der Bauarbeiten geäußert worden. Dennoch wurde so gebaut.

Von David Schröder

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