Ingmar Stadelmann gastierte in Salzwedel und beeindruckte nicht nur Frauen

Kurze Gags, lange Hoden

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„Ich habe lange Hoden.“ Stand-up-Comedian Ingmar Stadelmann trägt seine weiten Hosen nicht aus Gemütlichkeit.

Salzwedel. „Wer sich über das Niveau wundert, es geht gleich noch tiefer runter. “ Comedian Ingmar Stadelmann ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, auf welcher Höhe der Gürtellinie sich seine Show „Was ist denn nur mit den Menschen los“ bewegt.

Da mutierte der ein oder andere Herzschrittmacher im Publikum vor Schreck zum Presslufthammer. In den vorderen Publikumsreihen ließ der gebürtige Salzwedeler damit die fast durchweg weiblichen Zuschauerherzen höher schlagen.

Mit einem Penis-Witz über den schwulen Ex-Außenminister Guido Westerwelle eröffnete Stadelmann dem Kultour-Betrieb Salzwedel, auf welchem Level der leicht untersetzte Comedian mit der Schiebermütze arbeitet.

Sein 90-minütiges Programm umfasst eine unfassbare Vielfalt. Schneller als beim Ping-Pong spielt er sich selbst die Themen zu. Kurz und knapp sind seine Gags, die Lacher dafür umso länger.

Seine ganze Familie bekommt ihr Fett weg: Er selbst, „ich sah als Kind aus wie eine halbfertige Pizza Margherita“, die Eltern und Oma Erika. Der Themenkomplex Beziehungen, in seinem Fall gerne zu älteren Frauen, „ich war so verliebt, ich habe zehn Minuten lang nicht gemerkt, dass sie tot ist“, ließen unter anderem Raum für Beziehungstipps in Sachen Komplimente, Oralsex und Onanie. Auch die kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen fehlen in seinem Comedy-Programm nicht.

Die Zuschauer erfuhren intime Details des Comedians: So thematisierte er seine kleinen Igelschnäuzchen, auch bekannt als „Männertitten“, und auch seine Hoden kamen keinesfalls zu kurz. Weitere Themen: Kinderkriegen, Adoption, Talentshows, Berlin und der Flughafen, Ossis, Wessis, Veganer, Facebook und Fernsehformate wie das Dschungelcamp. Damit ist der Abend des Standup-Comedians noch lange nicht fertig erzählt.

Es fehlen nicht Parodien von der nervigsten Spinatwachtel der Nation, Heidi Klum. Und Stadelmann steckt auch mal Adolf Hitler in die Rolle eines Berliner Fahrkartenkontrolleurs. Damit könnte er glatt alteingesessenen Comedy-Shows ans Bein pinkeln ...

Mit seinem aktuellen Programm bewegt sich Ingmar Stadelmann konsequent an der Gürtellinie, meist darunter. Mit kleinen makaberen oder versauten Schockmomenten sorgt der Florian Silbereisen der Comedy für ausgiebige Lachanfälle im Salzwedeler Publikum.

„Es ist nur Comedy“, versichert Stadelmann zwischendurch mehrmals. Ob es an dem heimischen Publikum mit diversen Verwandtschaftsverhältnissen lag oder zu seinem Programm gehört, blieb ungewiss.

Doch wer schon immer wissen wollte, was der Unterschied zwischen „Dem Wendler“ und einem Affen ist, Analverkehr und seine Oma Erika gemein haben und welche Werbung schuld an der sinkenden Geburtenrate hat, der war richtig.

Am 8. Februar um 22.15 Uhr erklimmt der Stand-up Comedian aus Salzwedel die nächste Sprosse seiner erfolgreichen Karriereleiter: Beim Comedy Grand Prix auf RTL.

Von Eva Hahner

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