Pilze an Steinitzer Erdgasaufbereitungsstation hoch belastet / Bernd Ebeling fordert Sammelverbot

Ingenieur schlägt Quecksilber-Alarm

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Speziell die Butterpilze (Foto) und Hexenröhrlinge an der Steinitzer Erdgasstation sind hoch mit Quecksilber belastet.

Salzwedel. Die Speisepilze an der Erdgasaufbereitungsstation Steinitz bei Salzwedel sind hoch mit Quecksilber belastet.

Bauingenieur Bernd Ebeling aus Küsten (Lüchow-Dannenberg), der sich auf die Fachgebiete Umwelt und Wasser spezialisiert hat, bestätigt für Butterpilze und Hexenröhrlinge 14-mal höhere Quecksilberwerte als die Mittelwerte aus Sachsen-Anhalt. Auch beim Heideschleimfuß und Erdritterling seien die Quecksilber-Werte hoch. Ebeling hat die Proben selbst genommen. Untersucht wurden sie in einem Kieler Speziallabor.

„Speisepilze mit solch hohen Quecksilberwerten sollten keinesfalls verspeist werden“, warnt der Ingenieur. Fast alle Pilzproben würden den EU-Grenzwert um ein Vielfaches überschreiten. Auch im Boden nahe der Anlage seien erhöhte Quecksilber-Werte festgestellt worden.

Nach Angaben des Experten ist das Quecksilber aus den Erdgasanlagen über die Luft in den Boden gelangt. Die Pilze nehmen Schwermetalle über ihr weit verzweigtes Wurzelsystem auf.

Ebeling hat die zuständigen Behörden in Sachsen-Anhalt aufgefordert, das Pilzesammeln an Anlagen der Erdgasförderindustrie zu verbieten. Dazu müsste eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen werden. Außerdem sollten seiner Ansicht nach auch Heidelbeeren, Sträucher und Bäume auf Quecksilber-Gehalt und andere Schadstoffe untersucht werden, um die Verbraucher zu schützen.

Von Ulrike Meineke

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