1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

„Infrastruktur ist eine Investition“

Erstellt:

Von: Arno Zähringer

Kommentare

mann
Konnte bei der Wahl zum Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg die meisten Stimmen auf sich vereinen: der Salzwedeler Stefan Korneck. © Zähringer, Arno

Stefan Korneck ist niemand, der mit seinen Positionen hinter dem Berg hält, sondern offen seine Meinung sagt und keiner Diskussion aus dem Weg geht. Seit Jahren engagiert sich der Salzwedeler als Unternehmer; zudem arbeitete er seit Jahren in verschiedenen Funktionen bei den Wirtschaftsjunioren. Sei es als Vorsitzender für die Altmark oder auch als Chef der Wirtschaftsjunioren Sachsen-Anhalt.

Pretzier/Magdeburg - Dieses Engagement im Ehrenamt ist nun vor einer Woche gewürdigt worden: Stefan Korneck wurde als Mitglied der Vollversammlung zum Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg gewählt und konnte bei der Wahl die meisten Stimmen auf sich vereinen. Die IHK repräsentiert rund 51 000 Unternehmen im nördlichen Sachsen-Anhalt.

Herausforderungen der Zukunft bestehen

Nein, er will nicht bloß Hände schütteln oder den Grüß-August geben. Das lässt seine Lebensphilosophie nicht zu. „Wenn mich das nicht ausfüllt oder das Engagement nicht effizient ist und nichts dabei herauskommt, dann höre ich auf“, sagt der zweifache Familienvater. Generationenübergreifendes Handeln und differenziertes Führen: Wenn das vernünftig gemacht wird, dann ist die Chance vorhanden, die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen, lautet Kornecks Credo.

Und der Herausforderungen gibt es genügend: Dazu gehören nachhaltiges Handeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Und für den Handballfan und -schiedsrichter steht fest: „Infrastruktur ist keine Ausgabe, sondern eine Investition.“ Transparente Kooperation von Wirtschaft und Politik sowie das Leistungs- und Verantwortungsprinzip zu stärken. Das sind keine hohlen Phrasen, sondern notwendige Parameter, um die Aufgaben erfüllen zu können.

Dazu gehöre auch, qualifizierte Mitarbeiter zu suchen und für das Unternehmen zu gewinnen. „Dabei steht das Gehalt selten an erster Stelle. Die Menschen honorieren Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Spaß im Berufsumfeld, die Chancen zur Weiterbildung und damit verbundenem Aufstieg“, sagt Korneck. Denn die guten Leute müssen in der Region gehalten oder zurückgeholt werden.

Dafür sei eine gute Infrastruktur aber notwendig. Deshalb setzt sich Korneck vehement für die A 14, vor allem aber die B 190n („ohne die macht alles keinen Sinn“) sowie vernünftige Bahn-Anschlüsse ein. Denn der Wirtschaft in der Altmark gehe es nicht schlecht. Korneck sieht steigende Löhne, verbunden mit günstigeren Lebenshaltungskosten in Konkurrenz zu Ballungszentren, beispielsweise beim Wohnen. Damit müsse die Altmark auch werben, auf sich aufmerksam machen. „Wir haben Platz für Mittelständler. Sie und wir können die Altmark noch leistungsfähiger machen.“

Und dennoch: Es gebe noch einige Bereiche, in denen „etwas getan und mit dem Reden aufgehört werden muss“. Dazu zählen natürlich ein stabiles Mobilfunknetz ohne Funklöcher oder schnelles Internet. Denn: „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es auch der Region gut“, fasst Korneck zusammen, dessen Unternehmen – 2005 gegründet – inzwischen 70 Mitarbeiter beschäftigt. Darunter elf Auszubildende.

Macher sind wieder gefragt

Doch noch ein weiterer Punkt ist Korneck wichtig: die Entbürokratisierung sowie die Digitalisierung der Verwaltungen. „Verwaltung muss neu gedacht werden, vor allem auch nach Corona“. Er wünscht sich pragmatische Leute in Führungspositionen, die ganz klar sagen: So geht es nicht weiter. Die sogenannte Macher-Mentalität und Mut zu Entscheidungen seien wieder notwendig.

Auch interessant

Kommentare