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Ines Kahrens zeigt in ihren Bildern mögliche städtebauliche Veränderungen für Salzwedel

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Von: Lydia Zahn

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Ines Kahrens Idee für die Einfahrt zum Bürgercenter am Nicolaiplatz: Häuser und eine Zufahrt zum Parkplatz. Die Gebäude würden Platz für Wohnungen und einen Imbiss bieten. © Ines Kahrens

Die Moderne mit der Geschichte der alten Hanse- und Baumkuchenstadt zu verbinden, mag nicht einfach sein. Doch genau das hat Ines Kahrens geschafft. Sie arbeitet im städtischen Bauamt und hat für die Ausstellung „Das zweite Wohnzimmer ist draußen“ eine ganze Reihe von Entwürfen zu einer möglichen städtebaulichen Veränderung gezeichnet (wir berichteten). Sie zeigt damit, welches Potenzial in Salzwedel schlummert. Und dieses Potenzial stellte sie nun am Montag privat in der Urania detailliert vor.

Salzwedel – Die Diplom-Ingenieurin und Restauratorin hat Ideen, Pläne und Skizzen aus Architektur, Denkmalschutz und bildender Kunst vereint. Dabei hat sie keine Rücksicht darauf genommen, welche Grundstücke der Stadt und welche privaten Eigentümern gehören. Sie hat sich Orte in Salzwedel gesucht, die ihrer Meinung nach verändert beziehungsweise verschönert werden könnten. Manches Mal ließ sie sich von der Vergangenheit inspirieren, manches Mal erschuf sie aber auch etwas völlig Neues. Insgesamt 23 Stationen umfasste ihre Präsentation.

Geschichte zurückholen

So könnte, wenn es nach Ines Kahrens geht, ein zeitgemäßer Neubau an der Stelle entstehen, wo ehemals zwei Fachwerkgebäude an der Kreuzung des Lohteichs und der Großen Sankt-Ilsen-Straße standen. Oder etwa ein Verbindungsbau an der Chüdenstraße, Ecke Altperverstraße, ein Stadtgarten auf der alten Bühne im Park des Friedens oder eine Weiterführung des Weges entlang der Stadtmauer am Jeetzeumfluter an der Altperverstraße.

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An der Hofseite Lohteich am Marktplatz könnten ein Leuchtturm und ein kleines verglastes Gebäude mit einem Café oder Bistro entstehen. © Ines Kahrens

An der Hofseite Lohteich am Marktplatz könnten ein Leuchtturm und ein kleines verglastes Gebäude entstehen, in dem ein Café oder Bistro Platz hätten. Im Birkenwäldchen könnte wieder ein Pavillon aufgestellt werden, um auch der Jugend einen Rückzugsort zu bieten. Bis in die 1970er-Jahre hinein stand dort ehemals einer. Er wurde auch „Liebestempel“ genannt, weiß Kahrens. Oder der Burgturm im Burggarten könnte wieder sein Spitzdach bekommen, wie es einmal der Fall gewesen war.

Mehr Grün, mehr Platz

Zusammenfassend lässt sich sagen, die Ideen von Ines Kahrens, und davon hat sie genügend, zeigen ein grüneres Salzwedel. Denn in so gut wieder jeder ihrer Zeichnungen fügte sie mehr Grün in Form von Bäumen und Pflanzen ein. Sie schaffte mehr Sitzplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten. Mehr Raum für Geschäfte und Platz für Wohnungen, wo bisher leere, ungenutzte Flächen sind.

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Als Vorlage für manche ihrer Zeichnungen und Entwürfe dienten frühere Gegebenheiten. © Wilhelm Meyer
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Für die Baulücke an der Bocksbrücke hat sie sich von der Geschichte inspirieren lassen. Aber anders als damals wäre es nun nicht nur ein Haus, sondern auch eine Durchfahrt, die dort Platz finden würden. © Ines Kahrens

Das empfanden auch die Zuschauer ihres Vortrages so. Fast durchweg positive Rückmeldungen bekam die Ingenieurin. Vor allem für ihre Vorschläge, Obstbäume in der Stadt zu pflanzen, die Jugend mehr mit einzubeziehen und mehr Platz durch Straßenverengungen für Fahrradfahrer zu schaffen. Nicht immer waren die Gäste mit Kahrens Skizzen einverstanden, was wiederum zu konstruktiven Gesprächen führte. Worin sich allerdings alle einig waren: dass die Umsetzung schwer werden könnte. Gerade bei privaten Grundstücken, es könnte schließlich keiner zu etwas gezwungen werden. „Es ist nur eine Anregung, etwas zu verändern“, verdeutlichte Kahrens und dankte für den regen Austausch.

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