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In Andorf und Umgebung kommen Ortsverbindungen nicht aus der Debatte

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Von: Jens Heymann

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Offiziell gibt es für die Öffentlichkeit kein Durchkommen von Andorf nach Osterwohle.
Offiziell gibt es für die Öffentlichkeit kein Durchkommen von Andorf nach Osterwohle. © Heymann, Jens

Vize-Bürgermeister Olaf Meining wird aus dem rund eineinhalbstündigen öffentlichen Andorfer Ratstreffen am vergangenen Dienstag möglicherweise eine entscheidende Erkenntnis für seine Kandidatur mitgenommen haben: Wer in den Dörfern westlich von Salzwedel bei der kommenden Wahl des neuen Stadtoberhauptes viele Stimmen sammeln will, der sorgt für freie Wege.

Rockenthin / Salzwedel – Schon zu Zeiten der alten Henninger Großgemeinde gab es regelmäßig die Debatte über das örtliche Empfinden, vom Rest der Umgebung abgeschnitten zu sein. Die Wege gibt es zwar, aber abkürzende Strecken wie Hestedt-B 71 und Andorf-Osterwohle dürfen als land- und forstwirtschaftliche Wege offiziell nicht befahren werden. Die richtigen Straßen führen nur über Umwege zum Ziel. Die Dörfer liegen dicht dran, aber irgendwie ist doch alles meilenweit entfernt.

So war es nun während der Andorfer Ratssitzung im Rockenthiner Dorfgemeinschaftshaus nur eine Frage der Zeit, bis das bekannte Klagelied der Einwohner begann. Manch einer schüttelte längst mit dem Kopf: Das Problem sei in den nächsten Jahren nicht zu lösen, meinte etwa Andorfs Ortsbürgermeister Holger Schmidt mit Verweis auf bekannte Ansichten der Stadtverwaltung dazu. Straßenbreite, Haftungsfragen und Fördermittelzweckbindung sind Stichworte.

Die ländlichen Wege werden rege genutzt, aber selten kontrolliert. Was in den Augen derer, die in der Sache den sprichwörtlichen Ball lieber flach halten wollen, die praktikabelste Lösung darstellt. Auch diese Meinung war in Rockenthin zu hören.

Durch den Unterschied zwischen dem Erlaubten und der gelebten Praxis ergeben sich dennoch einige Probleme. Ratsherr Rainer Bischkopf wies beispielsweise auf ein fehlendes Ortseingangsschilder in Andorf aus Richtung Osterwohle hin. Folglich werde dort viel zu schnell gefahren. Über Raser berichteten auch Ratsherr Jürgen Serien aus Klein Grabenstedt und Stadtrat Volker Kreitz aus Rockenthin. Das seien Einwohner, immer dieselben, so Kreitz.

Dieter Koorts aus Hestedt würde für seinen Ort gerne noch einen Schritt weitergehen und Tempo 30 durchsetzen. Ansonsten sind dort einschränkende Schilder eher ungern gesehen – ein Metallstumpf erinnert an den Sperrhinweis vor dem ländlichen Weg in Richtung B 71.

In anderen Gemeinden wird ebenfalls über ländliche Wege gesprochen. Bemerkenswert ist dazu eine Aussage aus der Arendseer Politik: Wenn öffentliche Gelder eingesetzt werden, dann dürfe die Öffentlichkeit später nicht von der Nutzung ausgeschlossen werden. Dieser Zahn, so hieß es Anfang des Jahres im dortigen Bauausschuss, müsse so einigen Leuten noch gezogen werden.

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