Knapp sieben Prozent an den Standorten Gardelegen und Salzwedel

Impfverordnung „zu weit ausgelegt“ - Altmark-Klinikum hat auch Personal der Verwaltung geimpft

Altmark-Klinikum Salzwedel: Entgegen der Impfverordnung wurden hier und am Standort Gardelegen Verwaltungsmitarbeiter gegen Corona geimpft.
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Altmark-Klinikum Salzwedel: Entgegen der Impfverordnung wurden hier und am Standort Gardelegen Verwaltungsmitarbeiter gegen Corona geimpft.
  • Ulrike Meineke
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  • Mike Höpfner
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Im Altmark-Klinikum mit den Standorten Gardelegen und Salzwedel sind bislang 490 Mitarbeiter/-innen geimpft worden, knapp sieben Prozent davon Verwaltungspersonal der Krankenhäuser, das überwiegend in patientennahen Bereichen tätig ist. Dies bestätigt Salus-Pressesprecherin Franka Petzke auf AZ-Anfrage.

Altmark - Damit wurde von der Impfverordnung, laut der nur Beschäftigte mit besonders hohem Expositionsrisiko (Prioritätenstufe 1) geimpft werden sollen, abgewichen.

Hintergrund sei, dass mit Impfstoff-Überschüssen achtsam umzugehen sei. Denn: Trotz intensiver Planung und Vorbereitung komme es in der Praxis vor, dass am Ende einer Impfaktion noch Vakzine übrig sind. Wenn von Personen aus Gruppe 1 niemand schnell erreichbar und zur Stelle sein konnte, wurden „bislang auch Mitarbeitende angesprochen, die nach den aktuellen Priorisierungsregeln noch nicht impfberechtigt sind, aber vor Ort waren, um den Verfall des Impfstoffs zu verhindern“.

„Insgesamt wurden im Altmark-Klinikum mit den Standorten Gardelegen und Salzwedel bislang 490 Mitarbeiter/-innen geimpft, knapp sieben Prozent davon Verwaltungsmitarbeiter/-innen der Krankenhäuser, die überwiegend in patientennahen Bereichen tätig sind“, so Petzke.

Die Impfung der Personen aus Verwaltung und Management habe aber zu keinem Zeitpunkt dazu geführt, dass impfwilliges Pflege- oder Ärztepersonal mit besonders hohem Expositionsrisiko nicht geimpft bzw. ihnen sogar Impfstoff vorenthalten wurde. Dazu Petzke: „Selbstkritisch räumen wir ein, dass der pragmatische Umgang mit übrig gebliebenen Vakzinen das Vertrauen in die Impfstrategie gefährden kann. Angesichts dessen bedauern wir, dass es im Zuge der anfänglichen Impf-Euphorie dazu gekommen ist und die Corona-Impfverordnung im Einzelfall zu weit ausgelegt wurde.“

Mit der am 8. Februar 2021 in Kraft getretenen neuen Impfverordnung sei inzwischen auch ausdrücklich geregelt, dass von der Reihenfolge der vorgegebenen Priorisierung in Einzelfällen abgewichen werden könne, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen und zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig sei.

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