405 Dokumente ausgestellt / 1215 Jäger und 481 Sportschützen im Altmarkkreis

Immer mehr kleine Waffenscheine

Vom Großkaliber-Repetiergewehr über Kleinkaliber bis zur Pistole: Die zweitgrößte Gruppe von Waffenbesitzern im Altmarkkreis bilden laut Ordnungsamt der Kreisverwaltung in Salzwedel nach den Jägern die aktuell 481 Sportschützen.
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Vom Großkaliber-Repetiergewehr über Kleinkaliber bis zur Pistole: Die zweitgrößte Gruppe von Waffenbesitzern im Altmarkkreis bilden laut Ordnungsamt der Kreisverwaltung in Salzwedel nach den Jägern die aktuell 481 Sportschützen.

Salzwedel. Die Weidmänner in Wald und Flur dominieren derzeit als größte Gruppe bei den Waffenträgern im Altmarkkreis Salzwedel. 1215 Jäger gibt es in der westlichen Altmark.

Die zweitgrößte Gruppe von Waffenbesitzern im Landkreis bilden laut Ordnungsamt der Kreisverwaltung die aktuell 481 Sportschützen. Mit zunehmender Tendenz wurden in den vergangenen vier Jahren so genannte kleine Waffenscheine ausgestellt. Derzeit sind 405 solcher Dokumente amtlich registriert. Sogenannte große Waffenscheine, beispielsweise für professionell geschulte Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen, sind bei der Salzwedeler Behörde dagegen nicht in einem einzigen Fall ausgestellt.

Doch nicht jeder darf einen Waffenschein besitzen oder unbefristet behalten. Sechs Ablehnungen des kleinen Waffenscheines wegen Unzuverlässigkeit wurden seitens des Ordnungsamtes in den vergangenen Monaten registriert. Außerdem seien 40 rechtskräftige sogenannte Waffenbesitzkarten-Widerrufsverfahren wegen Unzuverlässigkeit beziehungsweise dem Fehlen der persönlichen Eignung in den Jahren 2016 und 2017 eingeleitet worden.

Die Anfragen zum kleinen Waffenschein haben sich in den vergangenen Monaten vervielfacht. Zum Vergleich: Über 700 solcher Scheine gibt es im Landkreis Stendal. Dort sind 1780 Jäger und Sportschützen registriert.

Gründe für das Versagen oder Einziehen von Waffenscheinen oder Waffenbesitzkarten (WBK) sind zumeist Delikte im amtlichen Strafregister. Durch Anregung der Polizei, zum Beispiel bei Neigung zu Gewalttätigkeiten, können bereits erworbene Waffen auch von der zuständigen Behörde eingezogen werden. Deutschlandweit verzeichnen die zuständige Behörden einen spürbaren Anstieg bei Waffenbesitzverbotsverfahren. Im gesamten Land Sachsen-Anhalt haben derzeit rund 10 000 Menschen den kleinen Waffenschein. Die Tendenz ist auch hier steigend. Im vergangenen Jahr wurden landesweit über 1170 Verstöße im Waffenrecht registriert.

Der kleine Waffenschein berechtigt zum Tragen von Schreckschuss-, Gas- und Signalpistolen in der Öffentlichkeit. Derzeit läuft diesbezüglich eine rege politische Diskussion um die Verschärfung der Vergaberegeln. Nur die Prüfung des Führungszeugnisses für Antragsteller des kleinen Waffenscheines reicht vielen Politikern nicht mehr. Einige Kritiker fordern angesichts der zunehmenden Verstöße eine Waffensachkundeprüfung auch für Besitzer von Schreckschuss-, Gas- und Signalpistolen.

Von Kai Zuber

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