Bienen ermordet

Imker steht vor Trümmerhaufen: Unbekannte zerstören Bienenstöcke

Die Bienenstöcke des Imkers Florian Muchow wurden in der Nacht zum Sonnabend brutal zerstört. Unbekannte warfen mit Steinen alles kurz und klein und zerstörten das Zuhause der Bienenvölker.
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Die Bienenstöcke des Imkers Florian Muchow wurden in der Nacht zum Sonnabend brutal zerstört. Unbekannte warfen mit Steinen alles kurz und klein und zerstörten das Zuhause der Bienenvölker.
  • vonLydia Zahn
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Unbekannte hatten in der Nacht zum Sonnabend das Grundstück des Imkers Florian Muchow betreten und mit Steinen die Magazinbeuten umgeworfen. Kaum etwas blieb unversehrt.

Salzwedel - „Du kommst um die Ecke und siehst deine Arbeit auf der Erde liegen, das ist schon hart“, berichtet Imker Florian Muchow der AZ im Gespräch. Denn dem 28-Jährigen ist das wohl Schlimmste widerfahren, was einem Imker überhaupt passieren kann. Seine Bienenvölker wurden Opfer von Gewalt und Tierquälerei. Unbekannte hatten das Grundstück des Salzwedelers betreten und mit Steinen die Magazinbeuten umgeworfen. Kaum etwas ist unversehrt geblieben, und viele Bienenvölker überlebten den Angriff nicht. Von acht Völkern haben nur vier überlebt. Und ob diese es schaffen, ist fraglich.

In Einzelteile zerbrochen: Acht Kästen mit den darin befindlichen Waben und Bienen.

„Freitagabend war meine Freundin mit unserem Sohn auf dem Grundstück spazieren, da war noch alles in Ordnung. Am Sonnabendnachmittag war ich bei der Gartenarbeit, als ich eine der Bienenzagen im Augenwinkel bemerkte. Ich dachte erst, der Wind hat sie umgestoßen“, erklärt Muchow. Er sei stutzig geworden und schaute nach, was passiert war. Das Ausmaß der Zerstörung verschlug ihm den Atem: „Ich stand da erst einmal wie angewurzelt. Wenn man das sieht, fällt einem alles aus dem Gesicht.“ Der Schock sitzt tief. Wer würde so etwas machen? Der 28-Jährige verständigte die Polizei und seinen Imkerpaten, der ihm später half, das Chaos aufzuräumen.

Schnell wurde klar, dass einige Völker bei dem Anschlag ihr Leben gelassen hatten. Die, die überlebt haben, sammelten sich auf den am Boden liegenden Waben, den Resten ihres Zuhauses. Doch die große Frage, ob die jeweiligen Königinnen der Völker überlebt haben, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. „Es wirft die Völker in der Entwicklung zeitlich stark zurück, wenn in den Beuten eine Königin vorhanden ist“, so Muchow. Weiter: „Falls die Königin stirbt oder nicht mehr da ist, ist das Volk für diese Saison verloren, da es für einen Königinnenwechsel zu früh ist.“ Er geht davon aus, dass die Brut erfroren ist, da es zu kalt war.

So sahen die Bienenstöcke noch vor ein paar Wochen bei einer Kontrolle aus – unversehrt.

Nun heißt es abwarten. In knapp einer Woche wird der Salzwedeler eine Kontrolle durchführen. „Falls ich keine Königin sehen sollte, gucke ich, ob junge Brut da ist. Das heißt dann, dass die Königin überlebt hat“, berichtet er. Neben dem Verlust seiner Tiere kommt ein Schaden von fast 3000 Euro zusammen. Genau kann Florian Muchow den Schaden nicht beziffern, da sich dieser aus vielen unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt. Dazu kommt der Ertragsverlust, denn in dieser Saison, wird es wohl keinen Honig geben.

Der 28-jährige Imker Florian Muchow.

„Das Schlimme ist, dass es nicht mein Fehler war, sondern jemand tausende Tiere getötet hat. Meine Bienen waren wirklich gut im Gange und gesund“, sagt der 28-Jährige bitter. Und erinnert daran, wie wichtig Bienen für die Menschen sind: „Ohne die Bestäubung hätten wir kaum Nahrung auf dem Tisch.“ Denn bei der Aufnahme von Nektar und Pollen tragen die Bienen die Pollen von Blüte zu Blüte und sorgen somit für die Fortpflanzung zahlreicher Blüten- und Nutzpflanzen und das Gedeihen der Nahrungsmittel. „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur mehr vier Jahre zu leben“, zitiert Imker Florian Muchow den Wissenschaftler Albert Einstein.

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