Zwei Knackpunkte im Dorfladen-Förderprogramm

Zu illusorisch für Pretzier

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Wolfgang Englert aus Deersheim zeigt, wie es geht. Die Genossenschaft des Ortes im Harz betreibt ein Dorfzentrum und gilt als Goldstandard für Sachsen-Anhalt. 

Pretzier – Das Land Sachsen-Anhalt hat in diesem Jahr ein neues Förderprogramm für Dorfgemeinschaftsläden aufgelegt.

Das wäre doch etwas für Pretzier, dessen langjährige Einkaufsstätte in der Dorfmitte vor einiger Zeit worden ist, hat sich nun die Abteilung Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung in Salzwedel gedacht und Mitglieder des Ortschaftsrates darauf angesprochen. Der hat jüngst auch tatsächlich darüber diskutiert, allerdings mit ernüchterndem Ausgang.

Die Beratung brachte zwei wesentliche Knackpunkte aus Sicht der Pretzierer zutage. Einerseits das Gründen einer Genossenschaft als Träger und andererseits die knappe Bewerbungsfrist für den 300.000-Euro-Fördertopf. Diese läuft bereits am 3. Mai ab – zu kurzfristig für die Pretzierer Politiker. Und besagte Genossenschaft müsste da schon gegründet worden sein, hieß es weiter.

Das sei illusorisch, meinte etwa Frank Pieper, der den Rahmen des Förderprogramms erläuterte. Eine Genossenschaft halte er ohnehin für unwahrscheinlich; dafür bräuchte es einen „rüstigen Vorruheständler“ als Antreiber, so Pieper. „Daran wird es in Pretzier scheitern“, zeigte er sich wenig optimistisch.

Gleichwohl ist der Wunsch nach einer lokalen Einkaufsmöglichkeit nicht erloschen. Das ab Juni vakante Gebäude der Volksbank Uelzen-Salzwedel sei als Standort doch hervorragend geeignet, wurde diskutiert.

VON JENS HEYMANN

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