Einleiten von Regenwasser kostet Geld / Daten von 1500 Salzwedelern nötig

„Ignorieren bringt nichts“

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Die Salzwedeler Innenstadt von oben: Grundstückbesitzer, die das Regenwasser auf ihrem eigenen Grund und Boden versickern lassen können, müssen dafür nichts bezahlen. Wer Anlagen des VKWA nutzt, bekommt eine Rechnung.

Salzwedel. Jeder Grundstücksbesitzer ist dazu verpflichtet, das Regenwasser von seinen Dachflächen selbst zu beseitigen. Wer dafür die Anlagen des VKWA Salzwedel nutzt, muss bezahlen. In der Hansestadt ist dies seit Jahren üblich.

Erstaunt zeigte sich Geschäftsführer Jens Schütte gestern bei einem Gespräch mit der AZ darüber, dass es beim Neuerfassen der aktuellen Daten Probleme gibt.

Das Unternehmen hat Fragebögen mit Luftbildern verschicken lassen. Auf diesen sind die Dachflächen erkennbar. Dem jeweiligen Grundstücksbesitzer obliegt es, die Bögen sorgfältig auszufüllen. Nur so kann tatsächlich ermittelt werden, wie viel Regenwasser jeweils in den Kanal geleitet wird. Dies ist die Grundlage für eine korrekte Rechnung. Doch von den 3550 Betroffenen haben sich etwa 1500 noch nicht gemeldet.

„Das überrascht mich. Bei den umliegenden Dörfern hatten wir diese Probleme nicht“, weiß Jens Schütte und erzählte gestern auch von schwierigen Gesprächen. So haben sich einige Einwohner darüber beschwert, dass ihre Grundstücke von oben fotografiert wurden und verweisen auf den Datenschutz. Diese Fotos können allerdings beim Landesvermessungsamt von jedem käuflich erworben werden. Jens Schütte verweist darauf, dass das Unternehmen den Salzwedelern mit den Bildern entgegen kommen will. Denn dadurch ist es leichter, ihre Nachweispflicht zu erfüllen.

„Ignorieren bringt nichts“, machte der Geschäftsführer unmissverständlich deutlich. Wer auf das Schreiben des VKWA nicht reagiert, muss allerdings trotzdem bezahlen. Diese Grundstücksbesitzer bekommen einen Rechnung für alle Dachflächen und versiegelte Flächen, die anhand der aktuellen Luftbilder ermittelt werden.

Dabei ist Jens Schütte bewusst, dass weiterer Ärger ins Haus steht. Es wird wohl Wiedersprüche geben, weil nicht von allen Flächen Wasser in den öffentlichen Kanal fließt. Manche Besitzer lassen es auf dem eigenen Grundstück versickern, dies kostet nichts. „Wer sich zusätzliche Arbeit ersparen möchte, sollte den Fragebogen an uns zurückschicken“, so der Geschäftsführer weiter. Das Unternehmen legt keinen Wert auf das Wasser, einen Anschlusszwang gibt es nicht. Das Regenwasser wird im Klärwerk behandelt und verursacht Kosten. Grundstücksbesitzer, die Anlagen des Unternehmens für die Entsorgung nutzen, müssen 62 Cent pro Quadratmeter und Jahr bezahlen.

Von Christian Ziems

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