Abgeordneter kritisiert Initiative für Sachsen-Anhalt

Idee gegen den Ärztemangel in der Altmark

Ärztemangel auf dem Land: „Die Not ist groß“, meint Sozialministerin Petra Grimm-Benne.
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Ärztemangel auf dem Land: „Die Not ist groß“, meint Sozialministerin Petra Grimm-Benne.
  • Ulrike Meineke
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Altmark / Magdeburg – Um dem Ärztemangel in der Altmark und in anderen ländlichen Gegenden zu begegnen, will das Land Sachsen-Anhalt jährlich 20 von 40 möglichen Studienplätzen am Numerus Clausus vorbei für Studenten reservieren, die sich verpflichten, nach ihrem Studium mindestens zehn Jahre aufs Land zu gehen.

Greifen soll dies ab dem Wintersemester 2020/21.

„Das ist zu wenig und kommt zu spät“, meint der altmärkische Bundestagsabgeordnete Eckhard Gnodtke (CDU). Er erinnert an den „Masterplan Medizinstudium 2020“, der im März 2017 von den Wissenschaftsministern der Länder unterzeichnet wurde und bis zu zehn Prozent der Studenten eines Jahrgangs für diese Möglichkeit vorsieht.

Gnodtke fragt: Weshalb werden diese zehn Prozent, das wären 20 Absolventen pro Jahr mehr, die ab 2028/29 aufs Land gehen könnten, nicht ausgeschöpft?

Für den Abgeordneten ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Regelung nicht schon zum Wintersemester 2019/20 umgesetzt wurde. Gnodtke fragt: Wenn 2032 landesweit 262 Allgemeinmediziner fehlen – wie soll das Manko bei nur 20 Medizinern pro Jahr mehr ab 2029 ausgeglichen werden?

Will Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD), „dass wir irgendwann gezwungen sind, eine der beiden medizinischen Fakultäten in privatrechtliche Institutionen umzuwandeln“? Dann nämlich „können diejenigen, die für die Belegung zahlen, zu 100 Prozent bestimmen, wer anschließend wohin geht.

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