Fußballer muss mit Wadenbeinbruch 45 Minuten auf den Notarzt warten

„Ich habe nur noch gebrüllt vor Schmerzen“

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Sebastian Seidler kam die Zeit, bis der Notarzt eintraf, wie eine Ewigkeit vor. „Bei mir war es nur ein gebrochenes Bein, aber bei lebensgefährlichen Verletzungen wäre da wohl jede Hilfe zu spät gekommen“, sagt der Fußballer des FC Jübar/Bornsen.

Jübar. Es waren schlimme 45 Minuten für Sebastian Seidler. Der Fußballer musste mit einem Beinbruch, den er sich bei einem Laufduell im Spiel des FC Jübar/Bornsen gegen den SSV 80 Gardelegen II zugezogen hatte, 45 Minuten auf den Notarzt warten.

Der 27-jährige Mittelfeldspieler war auf den Ball getreten und unglücklich gestürzt.

Während Trainer Gerald Schulz und Schiedsrichter Klaus Syring gegenüber AZ sagten, der Notarzt und die Rettungssanitäter seien ziemlich zeitlich eingetroffen, beruft sich der Kreis auf das Einsatzprotokoll der Leitstelle in Stendal: Danach seien die Sanitäter nach 14 Minuten auf dem Spielfeld gewesen. Sebastian Seidler selbst kam die Zeit wie eine Ewigkeit vor: „Ich habe nur noch gebrüllt vor Schmerzen, und selbst das war irgendwann einfach zu anstrengend.“

Durch den Regen war es auf dem Fußballfeld rutschig, „ich bin unglücklich auf den Ball getreten, weggerutscht und habe sofort gemerkt: Das Bein ist durch“, schildert Seidler. Die Sanitäter lagerten den Verletzten, stellten ihn ruhig – und warteten auf den Notarzt.

„Bei mir war es nur ein gebrochenes Bein, aber bei lebensgefährlichen Verletzungen wäre da wohl jede Hilfe zu spät gekommen“, ist Seidler empört. Der Landkreis Stendal beruft sich indes auf die 14 Minuten, binnen derer der Rettungstransportwagen (RTW) vor Ort war. Das sei noch „im Rahmen“, so Edgar Kraul, Pressesprecher des Landkreises Stendal. Der RTW sei aus Dähre gekommen. Warum der Notarzt so lange brauchte, vermochte Kraul nicht zu sagen. Steffen Heidler vom DRK Salzwedel vermutet, dass zeitgleich ein anderer Rettungseinsatz stattfand und die Leitstelle deswegen auf einen anderen Stützpunkt ausweichen musste. Das sei trotzdem „ein ziemlich heftiger Brocken“.

Noch im Krankenwagen wurde der Bruch gerichtet, dann ging es mit Blaulicht ins Krankenhaus nach Wittingen. Die Operation des Wadenbeinbruchs steht für Ende dieser Woche an.

Von Katja Lüdemann

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