Angeklagte fährt betrunken mit Auto gegen Wand

„Ich brauche meinen Führerschein wieder“

mfr Salzwedel. „Ich weiß selbst nicht, warum ich damals wirklich losgefahren bin“, sagt eine 62-Jährige unter Tränen.

Dass sie im Oktober vergangenen Jahres mit 1,39 Promille am Steuer erwischt wurde, nachdem sie gegen die Wand einer Tankstelle gefahren war, belastet sie sichtbar schwer. Sie hoffte am Freitag vor dem Amtsgericht auf ein mildes Urteil.

Im Gericht

„Ich habe mit einer Freundin Sekt getrunken. Aber da mein Mann keine Zigaretten mehr hatte, habe ich mich doch nochmal ins Auto gesetzt“, gibt die aus einem Salzwedeler Ortsteil stammende Frau zu Protokoll. Doch in Salzwedel wird ihr diese Entscheidung zum Verhängnis und der Führerschein entzogen. Die Konsequenz macht sich nun jeden Tag bemerkbar. Denn die Frau, die sich auch um ihren pflegebedürftigen Mann kümmern muss, arbeitet in Stendal. „Ich habe mich unter der Woche in einem Hotel einquartiert“, so die Angeklagte. Doch die finanziellen Belastungen seien enorm. „Ich brauche meinen Führerschein wieder“, fleht sie geradezu. Die Frage von Richter Klaus Hüttermann, ob sie Alkoholikerin sei, dementierte sie sofort. „Auf gar keinen Fall.“

Doch die Mindestfrist von drei Monaten Fahrverbot erhielt sie schlussendlich trotzdem. „Weniger ist in dieser Angelegenheit einfach nicht möglich“, erklärt Hüttermann. Zudem muss die Frau für den Vorfall eine Geldstrafe von 2250 Euro zahlen. „Ich weiß, dass es nicht richtig war und es tut mir unglaublich leid“, entschuldigte sich die 62-Jährige, bevor die Verhandlung geschlossen wurde.

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