Hätte besser sein können: „Die Nacht der Musicals“ im Kulturhaus

Hysterisch, laut, unbedarft und maßlos exzentrisch

Darf bei keiner Musical-Revue fehlen: „Phantom der Oper“. Im ausverkauften Salzwedeler Kulturhaus wurden unter anderem Szenen aus „Mamma Mia!“ und „König der Löwen“ gespielt.

Salzwedel. Eine Mischung aus donnernder Konservenmusik, riesigen Animationen auf Videoleinwänden, Akrobatik, Theater und moderner Lichttechnik. Dazu dutzende Darsteller, die über die Bühne wirbelten – so lässt sich „Die Nacht der Musicals“ im Salzwedeler Kulturhaus beschreiben.

Ob zu Recht oder zu Unrecht, das darf jeder selbst entscheiden. Süffisante Lieder aus verschiedenen Musicals wurden zusammenhanglos aneinander gereiht. Die Darsteller wirkten gequält und spielten ihre Rollen routiniert herunter. Zwar eine oftmals dynamische Choreografie, aber drittklassig getanzt.

Ein Lichtblick war einzig die Darstellung des Falco durch den Berliner Alexander Kerbst, perfekt in Gesang, Mimik und Gestik. Leider kam die Anteilnahme auch bei „Rock me Amadeus“ nicht über die Saalmitte hinaus. Die Gäste saßen teilweise mit versteinerten Gesichtern in den hinteren Reihen und harrten der Dinge.

Beim Klassiker „Gimme! Gimme! Gimme!“ aus dem Abba-Musical „Mamma Mia!“ kam schließlich Stimmung auf. Bei der „Rocky Horror Picture Show“ zog Kerbst dann alle Register seines Könnens und schaffte es, sein Publikum zum Lachen zu bringen. Hysterisch, laut, unbedarft und maßlos exzentrisch, stets auf der Suche nach dem nächsten Lachopfer, zog er wie im Rausch seine Runde durch das Publikum.

Der Verzicht auf Dekoration zugunsten von Videoleinwänden konnte verschmerzt werden, die Musikauswahl allerdings nicht. Alle Lieder hatten dann auch eines gemeinsam: Die harmonische Komplexität war übersichtlich.

Der AZ-Reporter jedenfalls hatte sich mehr erhofft und ging unzufrieden noch vor dem Ende der Veranstaltung. Auch wenn es den etwa 500 Gästen im ausverkauften Kulturhaus gefallen haben könnte. Einen neuen Versuch gibt es bei der nächsten „Nacht der Musicals“.

Von Bernd Zahn

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