Bürgerinitiative „Westliche Altmark“ lehnt Ausbau parallel zu vorhandener Bundesstraße ab

Hosenträger: Neu auf alten Trassen

So sieht der Vorschlag der Bürgerinitiative „Westliche Altmark“ aus.
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So sieht der Vorschlag der Bürgerinitiative „Westliche Altmark“ aus.
  • Holger Benecke
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Salzwedel. „Bürger und Politiker müssen gemeinsam nach einer vernünftigen und umsetzbaren Lösung suchen, um die B 190 n auf den vorhandenen Bundesstraßen zu bauen.“ Werner von dem Knesebeck, Dorothee Hübner und Holger Thiel von der Bürgerinitiative (BI) „Westliche Altmark“ sind sich einig, dass auf die ursprüngliche Planung zurückgegriffen werden muss.

Sie lehnen Vorschläge ab, dass der so genannte Hosenträger (B 190 n) zwischen A 14 und A 39 auf einer Extra-Trasse neben den vorhandenen Bundesstraßen gebaut wird.

Ab 2030, so die Signale aus Berlin, könne gebaut werden. Die altmärkische Wirtschaft wie auch die BI mit ihren rund 4000 Unterstützern wollen, dass das „schnellstmöglich ungesetzt wird“. Dabei pochen die Aktivisten auf die ursprüngliche Variante, die vorhandenen Bundesstraßen einschließlich Ortsumgehungen auszubauen. „So hatten es die Landes- und Bundespolitiker seinerzeit geplant und der Kreistag hatte dem im Jahr 2010 zugestimmt“, erinnert sich von dem Knesebeck. Zugleich verweist er auf das Grüne Band, das im Koalitionsvertrag als Naturmonument verankert ist. Auch deshalb lehnen von dem Knesebeck und seine Mitstreiter die Variante ab, parallel zur vorhandenen B 190 von Salzwedel bis Seehausen eine dreispurige B 190 n zu installieren. Und der Neubau B 190 n würde sich südlich von Salzwedel bis Bad Bodenteich auch rund 30 Kilometer lang durchs grüne Band fräsen. Für die BI ein Unding. Darum ärgert es die BIler, dass IHK-Vizepräsident Adolf Fehse unlängst in Arendsee ein schnellstmögliches Umsetzen dieser Pläne gefordert hat. „Zu kurz gesprungen, Herr Vizepräsident“, sagt Werner von dem Knesebeck. Er sieht weitere, jahrelange Verzögerungen durch Einspruchsverfahren ähnlich wie bei der A 14. „Diese Fakten scheinen auch unsere Lokalpolitiker vergessen zu haben, die sich anfangs für die Nutzung der vorhandenen Bundesstraße stark gemacht haben, jetzt aber nur schwammig von der B 190 n sprechen“, sehen die BIler darin keinen „Bärendienst für die hiesigen Unternehmen“. Ähnliches sehen die BI-Vertreter auch für eine Salzwedeler Nord-Umgehung und den alternativen Ausbau der B 71 mit Ortsumgehungen bis Uelzen und den dortigen Anschluss an die A 39.

Unterstützt sehen sich die Aktivisten der „Westlichen Altmark“ von IHK-Präsident Klaus Olbricht, der in einem Telfongespräch vor wenigen Tagen den Vorstellungen der BI (siehe Karte) zugestimmt haben soll, berichtet Werdener von dem Knesebeck. Er und seine Mitstreiter fordern: „Jetzt sollen IHK-Vizepräsident Adolf Fehse aus Klötze und unsere hiesigen Politiker wie Landrat Michael Ziche (CDU) und Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel sich für die bessere, weil schnell und problemlos umsetzbare Variante stark machen. Noch dazu der Koalitionsvertrag der CDU, SPD und Grünen von Sachsen-Anhalt, der keinen weiteren Straßenneubau vorsieht – bis auf die Nordverlängerung der A 14.“

Von Holger Benecke

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