„Junge Archäologen“ ziehen Bilanz / Grabungsauswertung wird moderner

Von Hohendolsleben nach Kläden bei Arendsee

Für Nachwuchs ist bei den „Jungen Archäologen der Altmark“ gesorgt: Thomas Janikulla (r.) übergab in Jübar die Schülerausweise an Philipp Maaß, Wilhelm Fleig und Bennet Hoppe. Die neuen Mitglieder glänzten auch schon mit kleinen Fachvorträgen.
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Für Nachwuchs ist bei den „Jungen Archäologen der Altmark“ gesorgt: Thomas Janikulla (r.) übergab in Jübar die Schülerausweise an Philipp Maaß, Wilhelm Fleig und Bennet Hoppe. Die neuen Mitglieder glänzten auch schon mit kleinen Fachvorträgen.

Jübar/Altmark. Ganze zehn Jahre lang haben die Mitglieder des Vereins „Junge Archäologen der Altmark“ mit ihrem Vorsitzenden Hartmut Bock an der Spitze am Rande des Dährer Ortsteils Hohendolsleben gegraben.

Nun sind diese Grabungen abgeschlossen und die Archäologen ziehen weiter zu ihrer nächsten Wirkungsstätte nach Kläden bei Arendsee. Ganz im Zeichen der Auswertung und Aufarbeitung der Funde stand auch die Jahreshauptversammlung in Jübar. Noch einmal schwärmten die Vereinsmitglieder von den „fabelhaften Bedingungen“ sowie den spektakulären Funden im „Grabungsdorf“ Hohendolsleben, das für eine Dekade das zweite Zuhause der Archäologen war.

Nun soll veröffentlicht werden, was die 52 Grabungsteilnehmer 2013 abschließend erarbeitet hatten. Denn: Aus nahezu allen archäologischen Zeiten, unter anderem aus der Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit, der Zeit der Völkerwanderung bis hin zum frühen Mittelalter wurden hier Befunde erbracht. Unter Mitarbeit von Prof. Wolfgang Meibeyer und Dr. Jens Schneeweiß sowie unter Leitung von Thomas Janikulla, Torsten Müller und Hartmut Bock wurden unter anderem zwölf Grubenhäuser freigelegt. Zudem flossen neue Erkenntnisse der Rundlingsforschung ein (wir berichteten).

Der zwölfjährige Wilhelm Fleig erinnerte in seinem Schülervortrag an die Höhepunkte der jüngsten Grabung. Er berichtete unter anderem von dem Fund eines Schlüssels, einer Pfeilspitze, den Scherben eines Vorratsgefäßes, eines Webgewichtes und Resten eines Fladenbrot-Tellers. In einigen Häusern wurden zudem Knochen von Bauopfer-Tieren gefunden.

Doch die Vereinsaktivitäten der vergangenen Monate beschränkten sich nicht nur auf die Altmark. So berichtete Sven Sternnagel über die Exkursion und den Fachvortrag im fernen Taiwan und Paul Janikulla brachte die Höhepunkte der Fahrt nach Halle Anfang des Jahres noch einmal in Erinnerung. Dem rührigen Vereinsmitglied Michael „Pitti“ Schulz gratulierten die Archäologen mit einem Geburtstagsvideo zum 40.

Dass die Vereinsmitglieder auf Verstärkung hoffen können, das bewies die Ausgabe der druckfrischen Schülerausweise an Philipp Maaß, Bennet Hoppe und Wilhelm Fleig. Doch die „Jungen Archäologen der Altmark“ stehen auch vor Herausforderungen. So werden die Auswertungen ihrer Grabungen immer aufwändiger und wissenschaftlicher, wie Heiko Meyer in seinem Finanzbericht betonte. Für die Grabungen in Kläden rechnen die Vereinsmitglieder mit Mehrkosten in Höhe von rund 2650 Euro. Zudem stehen ein neues Küchenzelt, stapelbare Stühle sowie diverse Computer-Hard- und Software auf der Wunschliste, die etwa 4 600 Euro umfasst.

Dennoch stehen die Pläne für 2014 bereits fest: Vom 7. bis 18. Juli laufen die Grabungen bei Kläden. Die Himmelfahrtstour führt vom 29. bis 31. Mai nach Nürnberg. Die Säuberung der Großsteingräber ist für das Frühjahr angesetzt und die Exkursion nach Südtirol ist vom 26. bis 31. Oktober geplant.

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