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Hohe Spritpreise fordern ihren Tribut von Salzwedeler Unternehmen

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Von: Lydia Zahn

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Anzeigetafel Tankstelle
Rekordhöhe erreichten die Benzin- und vor allem die Dieselpreise zuletzt im Oktober vergangenen Jahres. Doch das ist im Nachhinein betrachtet nichts im Vergleich zu den jetzigen Kosten, die wesentlich höher ausfallen. © Lydia Zahn

Ein Auto zu besitzen, war schon immer ein teures Hobby. Doch dieses wird stetig kostspieliger. Wirft man einen Blick auf die Zapfsäulen, vergeht die Lust auf eine Spritztour. Und die steigenden Spritpreise wirken sich nicht nur auf den eigenen Geldbeutel schmerzlich aus. Viele Bereiche sind davon betroffen.

Salzwedel – Wer zurzeit seinen Führerschein machen will, muss nun tiefer in die Tasche greifen als bisher. Denn die Fahrschulen können die steigenden Benzin- und Dieselpreise genauso wenig umgehen. „Klar passe ich meine Preise an. Wie soll das sonst funktionieren?“, betont Thomas Schulz, Leiter der Fahrschule Schulz in Salzwedel.

Altverträge nicht betroffen

Die laufenden Verträge seien davon aber nicht betroffen, führt Schulz weiter aus. Bei neuen Verträgen würden dann die Kosten der Fahrstunden erhöht. „Den Unterricht oder Prüfungen betrifft das nicht“, erklärt der Fahrschulleiter. Wie viel die Schüler genau pro Fahrstunde obendrauf packen müssen, darauf wollte sich Schulz nicht festlegen, es halte sich aber in Grenzen. „Das ändert sich ja alles so schnell wieder“, sagt er.

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Thomas Schulz sieht keinen anderen Weg, als die Kosten umzulegen. © Zahn, Lydia

Einfach die Preise erhöhen geht bei öffentlichen Verkehrsmitteln nicht. Wie PVGS-Geschäftsführer Ronald Lehnecke auf AZ-Nachfrage erklärt, sei dafür eine Genehmigung nötig. „Das kann man so von heute auf morgen nicht entscheiden“, sagt Lehnecke. Und das, obwohl die steigenden Spritkosten deutlich zu spüren seien.

„Schwankungen gab es vorher auch schon, aber nicht so extrem. Klar ist, dass man darauf reagieren muss, aber wie, das wird sich zeigen. Auszuschließen ist eine Erhöhung generell nicht“, gibt der PVGS-Chef zu. Doch: „Wie das ausgeht, kann ich erst nächstes Jahr sagen.“ Noch würden die Extrakosten aus dem laufenden Haushalt finanziert.

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Ronald Lehnecke schließt vorerst eine Preiserhöhung aus. © Heymann, Jens

Um die Kosten stemmen zu können, werde gespart, wo es geht. Auswirkungen auf die Touren habe es aber auf keinen Fall, versichert Lehnecke. „Es ist ein genehmigter Fahrplan, den kann man nicht einfach ändern. Auch dafür bräuchten wir eine Genehmigung“, erklärt er.

Konkret seien die Kosten für den Treibstoff von Januar 2021 bis diesen März um knapp 54 Prozent gestiegen, legt Lehnecke die Zahlen dar. Von Dezember bis März seien es allein stolze 21,4 Prozent gewesen.

Keine eigene Handhabe

Und auch Taxiunternehmen können nicht mal eben an der Preisschraube drehen. Denn den Kilometerpreis, den die Firmen nehmen dürfen, schreibt der Altmarkkreis vor. Bei einer regulären Fahrt liege dieser bei 1,80 Euro pro Kilometer, verrät Ramona Striecks, Inhaberin des Taxiunternehmen Striecks. Für den Krankentransport gebe es weniger.

„Wir haben doppelte Kosten“, lässt Striecks durchblicken. „Ich weiß nicht, wie lange wir das durchhalten, mal gucken“, gibt sie zu. Aber der Optimismus bleibe, ebenso das Durchhaltevermögen, anders gehe es nicht. „Wir sind hoffnungsvoll. Aber leichter wäre es natürlich, die Türen einfach zu schließen, damit wir nicht noch mehr Unkosten haben“, sagt Striecks frei heraus.

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