Dodge hat heute 42.858 Meilen runter

Hochzeitswagen von 1925: Andreas Pollehn aus Salzwedel ist gern gesehener Gast

Andreas Pollehn (r.) mit seinem Dodge Brothers zu Gast in Winterfeld. Der Wagen hat 42.858 Meilen runter und fährt 95 Stundenkilometer schnell.
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Andreas Pollehn (r.) mit seinem Dodge Brothers zu Gast in Winterfeld. Der Wagen hat 42.858 Meilen runter und fährt 95 Stundenkilometer schnell.

Salzwedel – Andreas Pollehn kleidet sich gerne im Stile der 1920er und 1930er Jahre. Er hegt und pflegt auch einen Dodge Brothers Hochzeitswagen.

„Den Wagen mieten? Das geht nur mit mir als Chauffeur“, lacht Besitzer Andreas Pollehn und streichelt dabei liebevoll seinem betagten Dodge Brothers Touring BJ über den glänzenden Lack.

Mit dem alten Dodge in die Flitterwochen – Das lässt sich je nach Terminplan einrichten. Schön wäre es allerdings, wenn die Sonne scheint und die prächtige Karosse dadurch erst richtig zur Geltung kommt.

Tränen in den Augen

Andreas Pollehn aus Salzwedel ist mit seinem „Hochzeitswagen“ von 1925 nicht nur bei Oldtimertreffen ein gern gesehener Gast. Er berichtete der AZ von einem Besuch bei einem Treffen in Wallstawe: „Ein älterer Mann hatte tatsächlich Tränen in den Augen, als er meinen Dodge sah“, beschreibt Pollehn ergriffen. Sein Oldtimer kommt ursprünglich aus einem holländischen Museum und wurde im Februar 2018 in die Altmark überführt. Trittbretter, Lenkrad und die Speichen der Räder waren ursprünglich lackiert und wurde aber später in vielen Arbeitsstunden „freigelegt“.

Alte Schlager

„Mein Dodge hat heute 42858 Meilen runter und fährt 95 Stundenkilometer schnell“, nennt Andreas Pollehn die Fakten. Der Salzwedeler liebt es, sich ganz im Stile der 1920er und 30er Jahre zu kleiden. Auf einem alten Grammophon spielt er bei gutem Wetter alte Schlager ab und macht dabei ein Picknick. „In Berlin bricht gerade ganz gewaltig die 1920er-1930er-Jahre Szene aus, aber die Hauptstadt liegt leider für einen Kurztrip zu weit entfernt“, bedauert der Oldtimer-Besitzer.

Teils mit Leder

Sein Dodge Brothers wurde 1925 gebaut. Dieses Modell ist als viertürige Cabrio-Version konzipiert, die auch als Touring bezeichnet wird. Der Innenraum bietet großzügigen Raum für vier Personen und ist teils mit Leder bezogen. Die Dodge Brothers Series 116 ist in der Regel mit einem 3500 CC-Vierzylindermotor und einem 3-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet. „Dieser Vorkriegsklassiker ist einfach ein echter Hingucker“, finden die Besucher bei Oldtimertreffs.

Hintergrund: Die Brüder John Francis Dodge und Horace Elgin Dodge begannen ihre Karriere in der Branche als Zulieferer und Unterstützer der damals noch jungen Marke Ford. Die ersten Autos unter dem Namen Dodge wurden ab 1914 gebaut und entsprachen der Mittelklasse. Ab 1917 baute Dodge für die amerikanische Armee mittelschwere LKW, nach Ende des Krieges dann auch für den zivilen Bereich. Nachdem Dodge 1925 von „Dillon and Read“ gekauft wurde, verkauften diese Dodge drei Jahre später an die Chrysler Group.

Die Ölkrise traf den Hersteller stark, da die Fahrzeuge zu groß und übermotorisiert waren. Das Dodge Logo hat sich über die Jahre verändert. Bei der Firmengründung 1914 zeigte es eine Weltkarte mit den Buchstaben „D“ und „B“ die vom Schriftzug „Dodge Brothers Motor Vehicles“ umrahmt wurde. Nach der Firmenübernahme durch Chrysler änderte sich die Weltkarte in einen Widder, der Stärke symbolisieren soll.

VON KAI ZUBER

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