Zu Hochzeiten donnerte alle zwei Minuten ein Lkw durch

Groß Chüdener Chaussee: Anwohner beschwert sich über Verkehr – Forderung nach Tempo 30

Die Kurve zwischen B-190-Kreuzung und Wohngebiet an der Groß Chüdener Chaussee in Pretzier sei gefährlich, meint ein Anwohner und schrieb dem Rat einen Brief.
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Die Kurve zwischen B-190-Kreuzung und Wohngebiet an der Groß Chüdener Chaussee in Pretzier sei gefährlich, meint ein Anwohner und schrieb dem Rat einen Brief.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Salzwedel – Ein namentlich nicht genannter Anwohner der Groß Chüdener Chaussee hat dem Pretzierer Ortschaftsrat ein Schreiben zukommen lassen. Darin kritisiert derjenige das zu hohe Tempo des Kraftverkehrs und fordert ein Drosseln auf 30 Kilometer pro Stunde.

Der Pretzierer war nicht faul gewesen, sondern untermauerte sein schriftliches Anliegen mit Zahlen aus einer eigenen Verkehrszählung. So habe er am 2. Oktober dieses Jahres zwischen 8 und 12 Uhr genau hingeschaut, wer da so alles zwischen Pretzier und Groß Chüden pendelt. Das Ergebnis: 341 Fahrzeuge, davon 121 Lkw und 21 landwirtschaftliche Maschinen. Wer kurz nachrechnet, kommt auf fast genau zwei Minuten pro Lkw und 72 Sekunden je Pkw.

80 Prozent der Mobile würden sich nicht an das vorgeschriebene Tempo 50 halten, schrieb der Absender weiter. Als besonderen Unfallschwerpunkt machte er die 90-Grad-Kurve kurz vor der Kreuzung zur Krangener Straße (B 190) aus. Da würden keine zwei Lkw nebeneinanderpassen. Nötig sei eine Vor-Ort-Begehung, hieß es weiter in dem Schreiben an den Rat.

Das Pretzierer Ortschaftsgremium nahm die Sache erst einmal zur Kenntnis. Ganz neu ist sie allerdings nicht. Insbesondere der Schwerlastverkehr war zu Zeiten der großen Salzwedeler Straßenbaustelle und der daraus resultierenden Umleitung ein bekanntes Problem. Im Minutentakt wälzten sich im Sommer die Lkw durch diesen Teil von Pretzier sowie durch Groß Chüden und Ritze. Was sie eigentlich nicht sollten, doch war die offizielle Umleitung südwestlich von Salzwedel wesentlich länger. Da hatte sich offenbar schnell herumgesprochen.

In der Nachbarortschaft Chüden ist das Thema zerfahrene Straßen unterdessen noch nicht abgehakt. Dort gab es zudem Stimmen, für große Teile der Ritzer Ortsdurchfahrt die erlaubte Geschwindigkeit herabzusenken. Doch die Hürden dafür seien hoch, hieß es seinerzeit im Rat. Das dürfte auch für Pretzier gelten.

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