Angeklagter sammelte im Keller Gewehre sowie Munition aus dem Zweiten Weltkrieg

Hobbyraum voller Waffen und mit Hakenkreuz-Kopfkissen

43-Jähriger aus Jübar lagerte Waffen im Hobbyraum.
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43-Jähriger aus Jübar lagerte Waffen im Hobbyraum.

klü Salzwedel. Die Hausdurchsuchung bei einem 43-Jährigen in der Gemeinde Jübar vor gut zwei Jahren erwies sich für Polizei und Staatsanwaltschaft als wahrer Glückstreffer.

War zunächst nur – als anonymer Tipp – eine Waffe angegeben worden, die der Altmärker unberechtigterweise besitzen soll, fanden die Beamten vor Ort weit mehr. Wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz musste sich der 43-Jährige nun vor dem Salzwedeler Amtsgericht verantworten.

Im Gericht

In einem Hobbykeller in der Gemeinde Jübar fanden Polizeibeamte ein Kleinkaliber- Einzelladergewehr Anschütz, Kaliber 22, eine Start- und Gaspistole Röhl, einen Schlagring, mehrere Schreckschusspistolen, 94 Kleinkaliberpatronen sowie 46 Gewehrpatronen – davon 25 mit Leuchtspurgeschoss sowie einige sogenannte Polenböller, die in Deutschland verboten sind. Dies alles nahmen die Polizeibeamten am Ende mit. So kam auch noch ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz hinzu.

Der Angeklagte gab sich vor Gericht umfassend geständig. So sei das Kleinkaliber ein Erbstück seines Vaters gewesen, der 2012 verstorben sei. „Meine Mutter wollte das Ding nicht im Haus haben. Also habe ich es bei mir im Keller deponiert“, so der Altmärker. Auch gab er zu, gewusst zu haben, diese Art Waffe melden oder abgeben zu müssen. Der Angeklagte begründete das Sammelsurium in seinem Hobbyraum damit, dass er Militaria-Sammler sei.

Für kritische Blicke seitens des Schöffengerichtes sorgten die Aufnahmen aus dem Kellerraum. Dort hatten die Beamten neben den Waffen und der Munition auch Fotos von Adolf Hitler, Abzeichen der Wehrmacht und SS sowie ein mit Hakenkreuzen besticktes Kopfkissen gefunden. „Ich sammle Sachen aus dem Zweiten Weltkrieg, weil ich das achte, was die deutschen Soldaten in diesem Krieg leisten mussten“, versuchte der Angeklagte vor Gericht zu erklären.

Ansonsten, so der Sammler und ehemaliger Bundeswehrsoldat, habe er viele der Sachen von Bekannten und Kameraden geschenkt bekommen. „Benutzen wollte ich die nie. Die waren zum Angucken im Keller und alles gut abgeschlossen, damit mein Sohn da nicht rankommt“, beteuerte der Angeklagte. Einige Sachen, wie der gefundene Schlagring oder die sieben Schreckschusspistolen, seien vor Jahren noch nicht verboten gewesen. „Als junger Mann war es aufregend, solche Sachen zu besitzen“, so der 43-Jährige.

Die Polenböller, darunter Farbrauchböller, Kreiselblitzpatronen und Luntenknallkörper, wurden im Gutachten des Landeskriminalamtes als besonders gefährlich für Leib und Leben mit enormem Zerstörungspotenzial eingestuft. „Wir haben vor Jahren eine Kiste mit Feuerwerk für 30 Euro auf dem Flohmarkt gekauft. Da waren auch die Böller drin. Die habe ich im Tresor verschlossen, denn einfach wegwerfen geht ja auch nicht.“ Da sich der 43-Jährige geständig zeigte, wurde von einer Gefängnisstrafe abgesehen. Am Ende gab es eine Geldstrafe über 8000 Euro.

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