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Hitzewellen und mangelnder Regen setzen der Ernte im Altmarkkreis zu

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Von: Lydia Zahn

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menschen im maisfeld
Philipp Fölsch und Annegret Jacobs in einem Maisfeld bei Dambeck. Die Hitze und der ausbleibende Regen haben dem Mais stark zugesetzt. Kaum eine Pflanze ist frei von vertrockneten Blättern. © Böhm, Armon

Ständige Hitzewellen und anhaltende Trockenheit gefährden die Ernte und stellen für viele Landwirte auch im Altmarkkreis Salzwedel eine ziemliche Herausforderung da. Die Altmark-Zeitung sprach diesbezüglich mit der Geschäftsführerin des Bauernverbandes, Annegret Jacobs, und mit dem Vorstandsvorsitzenden des Landwirtschaftsbetriebs Agrarprodukte Dambeck, Philipp Fölsch.

Von Armon Böhm

Salzwedel / Dambeck – Bis in den Mai stand es um die Ernte laut Fölsch gut, doch dann stiegen die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius, und der Regen blieb aus. Für sämtliche Dreschpflanzen, sprich Pflanzen mit Erzeugnissen, welche nach der Ernte gedroschen werden, hatte dies die wenigsten Folgen.

Besonders die Gerste habe wenig gelitten. Grund dafür sei, dass die Dreschpflanzen bereits am 24. Juni, also drei Wochen früher als üblich, geerntet werden konnten. Sie waren also schon weit genug herangewachsen, noch bevor die Hitze eintraf. Andere Ertragspflanzen traf es jedoch schwerer.

Fütter für das Vieh wird knapp

Bei Grünland zur Futterversorgung von Zuchttieren sehe es beispielsweise schlecht aus. So habe der Betrieb in Dambeck bei der Maisernte einen Einbruch von 50 Prozent. Viele Pflanzen sind stark vertrocknet und können so kaum Fotosynthese betreiben und vegetieren. Die Hitze allein sei nicht das Problem, doch der zusätzlich ausbleibende Regen setze den Feldern stark zu. Bei einem Besuch im Maisfeld machte Philipp Fölsch mit einem kleinen Kolben in der Hand klar: „Da wird kein Futter mehr draus.“

mais
Ein kleiner Maiskolben aus dem Feld. Nur ein einziges Maiskorn ist befruchtet. © Böhm, Armon

Annegret Jacobs nannte in Bezug auf den Regen einige Zahlen. Der jährliche Durchschnitt an Niederschlag von Januar bis Juli im Altmarkkreis Salzwedel lege bei 330 Millimetern. In diesem Jahr waren es für den gleichen Zeitraum erst 202 Millimeter. „Den Pflanzen fehlen 100 Millimeter an Wasser von oben“, schlussfolgerte Jacobs.

Ein weiteres Problem sei dann noch der Dünger. Zwar seien die Preise immer weiter gestiegen, doch laut Fölsch stelle die weitere Preisentwicklung nicht das Hauptproblem da. Die Frage sei eher, ob deutsche Landwirtschaftsbetriebe überhaupt noch an Dünger kommen.

Eigener Dünger nicht ausreichend

Industriell hergestellter Stickstoffdünger komme hauptsächlich aus Belarus und Russland. Für eine eigene Herstellung fehle es aber auch am nötigen Gas. Als Alternative bliebe also nur der eigene Wirtschaftsdünger aus der Viehzucht, doch dieser sei ohnehin jedes Jahr mit eingeplant und reiche somit nicht zum Ausgleich aus.

In Bezug auf die Ladenpreise für Verbraucher vermutet Fölsch, dass Weizen und Raps auch weiterhin ein höheres Preisniveau haben werde als im vergangenen Jahr. Dazu betonte er jedoch auch, dass Landwirtschaftsbetriebe wie auch seiner auf die Erzeugerpreise überaus angewiesen seien.

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