Die Salzwedeler Feuerwehr rückte 2018 insgesamt 205 Mal aus

Hitzesommer geht glimpflich aus

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Auch Seeben gehörte zu den Großbränden. Dort ging ein Heulager mit 1200 Strohballen in Flammen auf. Es war eine Tierfutterreserve für den Winter.

Salzwedel – Ob Menschen in brennenden Häusern in Lebensgefahr schweben, ein schwerer Verkehrsunfall sich ereignet hat oder einfach nur eine kleine Mieze vom Baum nicht mehr herunterkommt, die Kameraden und Kameradinnen der Salzwedeler Feuerwehr sind schnell zur Stelle.

Und das zu jeder Tageszeit und Wetterlage.

Sie sind die eigentlichen Helden in unserem Alltag, auch wenn sie in der heutigen Zeit nicht mehr so angesehen werden. In den Großstädten kam es des Öfteren vor, dass den Lebensrettern der Weg zum Einsatz versperrt oder, dass sie körperlich angegriffen wurden. Zustände, die bei der Salzwedeler Wehr noch nicht eintrafen. „Davon ist mir nichts bekannt“, sagte der Ortswehrleiter Mario Müller. „So etwas hätte sich in mein Gedächtnis eingebrannt.“

Nun ist wieder ein Jahr vergangen, und einige Tage im neuen Jahr sind längst verstrichen. 2018 war wieder turbulent und nervenaufreibend und das nicht nur für die Feuerwehr. Die Bauern waren aufgrund des Hitzesommers besonders betroffen. 27 Flächen-, Feld- und Waldbrände zählten die Salzwedeler Kameraden der Wehr. Mehrere Quadratkilometer gingen in Flammen auf.

„Wir hatten mit mehr Bränden gerechnet“, schilderte Müller. „Doch wir sind im Altmarkkreis Salzwedel gut bei weggekommen.“ Anders soll es in den umliegenden Regionen ausgesehen haben. In der Sommerzeit hätten die Kameraden anderer Feuerwehren mehr zu tun gehabt, so der Ortswehrleiter.

Insgesamt fuhr die Salzwedeler Wehr 2018 205 Einsätze. Obwohl es zahlreiche Flächenbrände gab, waren es 2017 46 Einsätze mehr, bei denen die Wehr ausrückte. Die Kameraden verzeichneten 2018 sechs Groß-Gebäudebrände. Dazu gehörte ein verheerender Brand in Kricheldorf, bei dem eine ganze Existenz zerstört wurde. Im Februar kam es zu mehreren Explosionen bei einem Brand am Grünen Stegel. Auch dort hatte ein Feuer eine Lagerhalle fest im Griff. Die Salwedeler Kameraden und die umliegenden Wehren löschten über mehrere Stunden den Glutherd. In Seeben gingen rund 1200 Strohballen in Flammen auf. Als Letztes wurde ein Wohnhausbrand in Depekolk registriert.

Die Salzwedeler Feuerwehr zählt 52 aktive Kameraden. Der Ortswehrleiter Mario Müller findet diese Zahl zu niedrig. „Wir brauchen unbedingt mehr Mitglieder“, sagte er. Wer Interesse an der Arbeit in einer Feuerwehr hat, kann immer mittwochs und donnerstags am Gerätehaus vorbeischauen. An diesen Tagen ist die Wehr immer besetzt, so Mario Müller.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE

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