Kinder kommen ohne Angehörige nach Deutschland: Kreis stellt sich der Herausforderung

Hilfe für minderjährige Flüchtlinge im Altmarkkreis

Altmarkkreis. Zwei oder drei Aufnahmestellen für Minderjährige, die ohne ihre Familien nach Deutschland kommen, sollen bis Anfang 2016 im Altmarkkreis entstehen. Darüber informierte Jugendamtsleiterin Jutta Peissig den Jugendhilfeausschuss am Mittwochabend.

Hintergrund ist eine Änderung der Gesetze: Bislang wurden die Kinder dort betreut, wo sie ankamen. Dies betrifft vor allem Regionen mit zentralen Aufnahmestellen. Doch dort sind die Kapazitäten erschöpft. Darum gilt ab dem 1. November: Unbegleitete Flüchtlinge werden, wie alle anderen auch, nach einem festen Schlüssel auf die Bundesländer und von dort weiter auf die einzelnen Kreise verteilt. Die Zahl richtet sich unter anderem nach der Bevölkerungszahl.

Wie viele der Minderjährigen in den Altmarkkreis kommen, ist aber völlig unklar. Denn nicht nur die weitere Entwicklung spielt eine Rolle. Regionen wie der Harz haben bereits so viele Kinder aufgenommen, dass die Quote für die nächsten zwei Jahre erfüllt. Eine ähnliche Situation gibt es im Landkreis Stendal. Darum könnten für den Altmarkkreis größere Aufgaben zukommen. „Wir haben bereits mit den Trägern der Heime gesprochen und geklärt, wo freie Kapazitäten sind“, unterstrich Jutta Peissig. Dort könnten junge Flüchtlinge untergebracht werden, bis neue Aufnahmemöglichkeiten geschaffen wurden.

Die Hilfesuchenden bekommen nicht nur eine Unterkunft und alles, was sie für das alltägliche Leben benötigen. Es gilt zum Beispiel auch zu klären, woher sie genau kommen, ob vielleicht schon Verwandte in anderen Regionen Deutschlands leben und welche Schulfähigkeiten sie haben. Nach einigen Monaten kann dann eine Entscheidung darüber getroffen werden, wie es weitergeht.

Von Christian Ziems

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